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Fahrradfreundliche Schule

Ein Schild das auf Schulverkehr hinweist.
Quelle: berlin-event-foto.de/Peter-Paul Weiler

Was ist eine fahrradfreundliche Schule?

Eine fahrradfreundliche Schule unterstützt und fördert Schülerinnen und Schüler beim Radfahren sowie Lehr- und Verwaltungspersonal, die das Rad für den Schul- und Arbeitsweg nutzen. Das Konzept umfasst verschiedene Aspekte. Dazu gehört beispielsweise die Schaffung einer komfortablen Infrastruktur in Form eines engmaschigen und durchgehenden Netzes an Rad- und Fußwegen auf den Wegen zur Schule. Zu einer fahrradfreundlichen Schule gehören zudem geeignete Fahrradabstellanlagen auf dem Schulhof und die Möglichkeit, Fährräder zu reparieren. Auch Bildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen wie Aktionstage oder Kampagnen zeichnen eine fahrradfreundliche Schule aus.

Welche Vorteile bietet eine fahrradfreundliche Schule?

Die Förderung aktiver Mobilität an Schulen trägt zur Gesundheit, Sicherheit und Zufriedenheit der Schülerinnen und Schüler und des Personals bei. Die richtigen Voraussetzungen und Anreize können es sicherer und angenehmer machen, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen. Die Einrichtung einer Schulstraße kann z. B. die Nutzung sogenannter Elterntaxis eindämmen und somit auch die verkehrlichen Umweltbelastungen reduzieren. Verkehrsberuhigende Maßnahmen erhöhen zudem die Verkehrssicherheit nicht nur für die Schülerschaft, sondern auch für die Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort. Damit übernimmt eine fahrradfreundliche Schule mit ihrer Zielsetzung eine Vorreiterrolle in Sachen Klima- und Umweltschutz sowie Verkehrssicherheit. 

Was ist für eine erfolgreiche Umsetzung zu beachten?

Um für das Thema zu sensibilisieren, könnte es initial z. B. im Rahmen einer Schulkonferenz platziert und eine Person mit der Behandlung des Themas beauftragt werden. 

In einem nächsten Schritt gilt es, die alltäglichen Wege und somit das Mobilitätsverhalten der Schülerinnen und Schüler zu erfassen. Dabei kann beispielsweise ein Schulweg-Check helfen, der gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern und den Eltern durchgeführt wird. Mit zusätzlicher Hilfe von Mobilitätsexperten und Materialien, wie z. B. Checklisten der Landesministerien oder des Verkehrsclub Deutschlands (VCD), können Schulen ihr Umfeld auf Fuß- und Fahrradfreundlichkeit sowie Gefahrenstellen prüfen. 

Die Ergebnisse können in einen Schulwegplan fließen, der – ggf. in Zusammenarbeit mit der Kommune – erstellt wird. Dieser Plan kann dem Gemeinderat vorgelegt werden und schließlich zu behördlichen Anordnungen infrastruktureller Maßnahmen führen, welche die Bedingungen für die aktive Mobilität im Schulverkehr verbessern. 

Ziel sollte sein, ein engmaschiges Radwegenetz zu gewährleisten, indem bequeme und ausreichend breite Fahrradwege sowie sichere Querungsstellen geschaffen werden. Parallel dazu sollten verkehrsberuhigende Maßnahmen erfolgen, z. B. in Form von Kfz-Geschwindigkeitsbegrenzungen in der unmittelbaren Umgebung der Schule. Auch der ruhende Kfz-Verkehr im direkten Umfeld sollte durch Park- und Haltverbote an Kurven oder Einmündungen sinnvoll gelenkt werden. Weitere Angebote, wie z. B. ein sogenannter „Bicibus“ oder auch „Fahrradbus“, können aktive Mobilität unterstützen. Dieser bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, den Schulweg gemeinsam und sicher als Gruppe zurückzulegen.

Weitere mögliche infrastrukturelle Maßnahmen im Schulumfeld sind:

  • Fahrbahnversätze, Beseitigung von Sichthindernissen
  • Schulstraßen
  • Schulzonen
  • Rad-, Roller- und Pkw-Abstellmöglichkeiten
  • Barrierefreie Gehwege
  • Verbesserung des Zustandes der ÖPNV-Haltestellen im Schulumfeld
  • etc.

Darüber hinaus hat die Art und Weise, wie das Thema „Mobilität“ im Unterricht behandelt wird, großen Einfluss auf das zukünftige Mobilitätsverhalten der Kinder. Hier können Schulen im Rahmen von Aufklärungsveranstaltungen oder Aktionen Kinder und Jugendliche an das Thema heranführen.

Weitere mögliche Bildungs- und Kommunikationsmaßnahmen sind:

  • Teilnahme an Fahrrad-Kampagnen
  • Aktionstage, wie z. B. autofreie Tage
  • Parcours oder Geschicklichkeitstrainings
  • Ausbildung von Schülerinnen und Schülern als Mentoren
  • etc. 

Für eine erfolgreiche Umsetzung bietet sich an mit weiteren Akteuren, wie z. B. Polizeipräsidien, Fahrradhändlern, ADACADFC oder anderen Vereinen und Initiativen zu kooperieren. Zudem können die Erfahrungen anderer Schulen von Vorteil sein, diese sind z. B. in Broschüren nachvollziehbar dargestellt.

Nach der erfolgreichen Umsetzung der Maßnahmen kann sich eine Schule als „Fahrradfreundliche Schule“ zertifizieren lassen: Mit Hilfe einer solchen Auszeichnung durch Landkreis, Kommune, Landesministerien oder anderen Institutionen, können Schulen zusätzliche Aufmerksamkeit auf das Thema lenken und Engagement nach innen und außen sichtbar machen.

Bedarfsorientierter Schulbus
Quelle: MarioGuti / Getty Images
Icon Maßnahme

Der bedarfsorientierte Schulbus passt seinen Routenverlauf flexibel an den Bedarf der zusteigenden Schulkinder an. Fahrzeiten und Leerfahrten können dadurch reduziert werden.

Mit dem Fahrrad zur Schule: Der BiciBus
Mobilitätsbildung in Kitas und Grundschulen
Icon Maßnahme

Mobilitätsbildung in Kitas und Grundschulen stellt eine Maßnahme für Kinder dar, die auf spielerische Weise Sicherheit und Kompetenzen sowie Verantwortungsübernahme im Straßenverkehr fördert.

Schulstraße
Quelle: berlin-event-foto.de/Peter-Paul Weiler
Maßnahme

Schulstraße

Icon Maßnahme

Schulstraßen bezeichnen eine Maßnahme zur temporären Durchfahrtsbeschränkung von Autos an Straßen mit einer Schule zu den hochfrequentierten Schulbeginn- und Endzeiten.

Schulwegplan
Quelle: berlin-event-foto.de/Peter-Paul Weiler
Maßnahme

Schulwegplan

Icon Maßnahme

Die Erstellung eines Schulwegplans dient dazu, Kindern und Eltern einen sicheren Schulweg zu Fuß oder mit dem Rad aufzuzeigen, indem Hindernisse oder Gefahrenstellen sichtbar gemacht werden.

Auszeichnung „Fahrradfreundliche Schule“ in Schleswig-Holstein
Quelle: ADFC SH
Icon Praxisbeispiele

Die Auszeichnung „Fahrradfreundliche Schule“ wurde vom ADFC Schleswig-Holstein ausgeschrieben und richtet sich an alle Schulen in Schleswig-Holstein, die ihr Engagement für das Fahrrad als Mobilitätsmittel zur Schule sowohl nach außen als auch in der Schulgemeinschaft sichtbar kommunizieren wollen.

Kommunaler Nahverkehrsplan
Quelle: berlin-event-foto.de/Peter-Paul Weiler
Icon Instrumente

Kommunale Nahverkehrspläne sind ein strategisches Instrument für die mittel- und langfristige Planung des ÖPNV. Sie bilden für den Aufgabenträger die Grundlage für die Ausgestaltung des ÖPNV.

Schulverkehrskonzept
Quelle: Carlos Ciudad Photography / Getty Images
Icon Instrumente

Ein Schulverkehrskonzept ist ein informelles Instrument zur Planung des Mobilitätsangebots im Ausbildungsverkehr. Es ist eng mit dem jeweiligen Nahverkehrsplan verknüpft und damit abzustimmen.

Aktionstag
Quelle: berlin-event-foto.de/Peter-Paul Weiler
Umsetzungshilfen

Aktionstag

Icon Umsetzungshilfen

Im Rahmen eines Aktionstages werden Mobilitätsangebote vor Ort in einer ganztägigen Veranstaltung zielgruppengerecht beworben und so die Bekanntheit und Akzeptanz in der Bevölkerung gesteigert.

Beobachtung von Mobilitätsverhalten
Quelle: berlin-event-foto.de/Peter-Paul Weiler
Icon Umsetzungshilfen

Durch die systematische Beobachtung von Mobilitätsverhalten vor Ort können Herausforderungen und Bedarfe von Zielgruppen ausgemacht werden.

Kinder- und Jugendbeteiligung
Quelle: SDI Productions / Getty Images
Icon Umsetzungshilfen

Mit der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Planungsprozessen können diese ihre spezifischen Mobilitätsbedürfnisse einbringen und die Entwicklung des Mobilitätsangebotes unterstützen.

Aktive Mobilität an Schulen – das Online-Portal zum nachschauen & mitmachen

Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg, 2020: FahrRad und Schule! Materialsammlung zur Fahrradförderung an Schulen. Zugriff: https://www.aktivmobil-bw.de/fileadmin/user_upload/3_Aus_der_Praxis/f_Bildung/Material_Fahrradfoerderung_Schule.pdf [abgerufen am 14.11.2025].

Verkehrsclub Deutschland e. V. (VCD), 2019: Fahrradfreundliche Schule: Wie sieht sie aus, wie kommen wir dorthin? Zugriff: https://www.vcd.org/fileadmin/user_upload/Redaktion/Themen/Mobilitaetsbildung/Kurzleitfaden_fahrradfreundliche_Schule_VCD.pdf [abgerufen am 14.11.2025].

Verkehrsclub Deutschland e. V. (VCD): Fuß- und fahrradfreundliche Schule. Erfahrungen aus zwei Jahren Vor-Ort-Mobilitätschecks an Schulen. Zugriff: https://www.vcd.org/artikel/fuss-und-fahrradfreundliche-schule [abgerufen am 14.11.2025].

Ähnliche Maßnahmen

Quelle: berlin-event-foto.de/Peter-Paul Weiler

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Quelle: berlin-event-foto.de/Peter-Paul Weiler

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