Was ist eine fahrradfreundliche Schule?
Eine fahrradfreundliche Schule unterstützt und fördert Schülerinnen und Schüler beim Radfahren sowie Lehr- und Verwaltungspersonal, die das Rad für den Schul- und Arbeitsweg nutzen. Das Konzept umfasst verschiedene Aspekte. Dazu gehört beispielsweise die Schaffung einer komfortablen Infrastruktur in Form eines engmaschigen und durchgehenden Netzes an Rad- und Fußwegen auf den Wegen zur Schule. Zu einer fahrradfreundlichen Schule gehören zudem geeignete Fahrradabstellanlagen auf dem Schulhof und die Möglichkeit, Fährräder zu reparieren. Auch Bildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen wie Aktionstage oder Kampagnen zeichnen eine fahrradfreundliche Schule aus.
Welche Vorteile bietet eine fahrradfreundliche Schule?
Die Förderung aktiver Mobilität an Schulen trägt zur Gesundheit, Sicherheit und Zufriedenheit der Schülerinnen und Schüler und des Personals bei. Die richtigen Voraussetzungen und Anreize können es sicherer und angenehmer machen, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen. Die Einrichtung einer Schulstraße kann z. B. die Nutzung sogenannter Elterntaxis eindämmen und somit auch die verkehrlichen Umweltbelastungen reduzieren. Verkehrsberuhigende Maßnahmen erhöhen zudem die Verkehrssicherheit nicht nur für die Schülerschaft, sondern auch für die Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort. Damit übernimmt eine fahrradfreundliche Schule mit ihrer Zielsetzung eine Vorreiterrolle in Sachen Klima- und Umweltschutz sowie Verkehrssicherheit.
Was ist für eine erfolgreiche Umsetzung zu beachten?
Um für das Thema zu sensibilisieren, könnte es initial z. B. im Rahmen einer Schulkonferenz platziert und eine Person mit der Behandlung des Themas beauftragt werden.
In einem nächsten Schritt gilt es, die alltäglichen Wege und somit das Mobilitätsverhalten der Schülerinnen und Schüler zu erfassen. Dabei kann beispielsweise ein Schulweg-Check helfen, der gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern und den Eltern durchgeführt wird. Mit zusätzlicher Hilfe von Mobilitätsexperten und Materialien, wie z. B. Checklisten der Landesministerien oder des Verkehrsclub Deutschlands (VCD), können Schulen ihr Umfeld auf Fuß- und Fahrradfreundlichkeit sowie Gefahrenstellen prüfen.
Die Ergebnisse können in einen Schulwegplan fließen, der – ggf. in Zusammenarbeit mit der Kommune – erstellt wird. Dieser Plan kann dem Gemeinderat vorgelegt werden und schließlich zu behördlichen Anordnungen infrastruktureller Maßnahmen führen, welche die Bedingungen für die aktive Mobilität im Schulverkehr verbessern.
Ziel sollte sein, ein engmaschiges Radwegenetz zu gewährleisten, indem bequeme und ausreichend breite Fahrradwege sowie sichere Querungsstellen geschaffen werden. Parallel dazu sollten verkehrsberuhigende Maßnahmen erfolgen, z. B. in Form von Kfz-Geschwindigkeitsbegrenzungen in der unmittelbaren Umgebung der Schule. Auch der ruhende Kfz-Verkehr im direkten Umfeld sollte durch Park- und Haltverbote an Kurven oder Einmündungen sinnvoll gelenkt werden. Weitere Angebote, wie z. B. ein sogenannter „Bicibus“ oder auch „Fahrradbus“, können aktive Mobilität unterstützen. Dieser bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, den Schulweg gemeinsam und sicher als Gruppe zurückzulegen.
Weitere mögliche infrastrukturelle Maßnahmen im Schulumfeld sind:
- Fahrbahnversätze, Beseitigung von Sichthindernissen
- Schulstraßen
- Schulzonen
- Rad-, Roller- und Pkw-Abstellmöglichkeiten
- Barrierefreie Gehwege
- Verbesserung des Zustandes der ÖPNV-Haltestellen im Schulumfeld
- etc.
Darüber hinaus hat die Art und Weise, wie das Thema „Mobilität“ im Unterricht behandelt wird, großen Einfluss auf das zukünftige Mobilitätsverhalten der Kinder. Hier können Schulen im Rahmen von Aufklärungsveranstaltungen oder Aktionen Kinder und Jugendliche an das Thema heranführen.
Weitere mögliche Bildungs- und Kommunikationsmaßnahmen sind:
- Teilnahme an Fahrrad-Kampagnen
- Aktionstage, wie z. B. autofreie Tage
- Parcours oder Geschicklichkeitstrainings
- Ausbildung von Schülerinnen und Schülern als Mentoren
- etc.
Für eine erfolgreiche Umsetzung bietet sich an mit weiteren Akteuren, wie z. B. Polizeipräsidien, Fahrradhändlern, , oder anderen Vereinen und Initiativen zu kooperieren. Zudem können die Erfahrungen anderer Schulen von Vorteil sein, diese sind z. B. in Broschüren nachvollziehbar dargestellt.
Nach der erfolgreichen Umsetzung der Maßnahmen kann sich eine Schule als „Fahrradfreundliche Schule“ zertifizieren lassen: Mit Hilfe einer solchen Auszeichnung durch Landkreis, Kommune, Landesministerien oder anderen Institutionen, können Schulen zusätzliche Aufmerksamkeit auf das Thema lenken und Engagement nach innen und außen sichtbar machen.
Weitere Maßnahmen (5)
Schulstraße
Schulwegplan
Verwandte Instrumente (2)
Kommunaler Nahverkehrsplan
Schulverkehrskonzept
Verwandte Umsetzungshilfen (3)
Aktionstag
Beobachtung von Mobilitätsverhalten
Kinder- und Jugendbeteiligung
Weiterführende Informationen (1)
VCD – Online-Sammlung Beispiele Aktive Mobilität an Schulen [abgerufen am 14.11.2025].
Quellen (3)
Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg, 2020: FahrRad und Schule! Materialsammlung zur Fahrradförderung an Schulen. Zugriff: https://www.aktivmobil-bw.de/fileadmin/user_upload/3_Aus_der_Praxis/f_Bildung/Material_Fahrradfoerderung_Schule.pdf [abgerufen am 14.11.2025].
Verkehrsclub Deutschland e. V. (VCD), 2019: Fahrradfreundliche Schule: Wie sieht sie aus, wie kommen wir dorthin? Zugriff: https://www.vcd.org/fileadmin/user_upload/Redaktion/Themen/Mobilitaetsbildung/Kurzleitfaden_fahrradfreundliche_Schule_VCD.pdf [abgerufen am 14.11.2025].
Verkehrsclub Deutschland e. V. (VCD): Fuß- und fahrradfreundliche Schule. Erfahrungen aus zwei Jahren Vor-Ort-Mobilitätschecks an Schulen. Zugriff: https://www.vcd.org/artikel/fuss-und-fahrradfreundliche-schule [abgerufen am 14.11.2025].