Mitarbeitershuttle

Mann mit Smartphone und Laptop im Bus.
Quelle: dolgachov / Getty Images

Was ist ein Mitarbeitershuttle?

Ein Mitarbeitershuttle funktioniert nach dem Pooling-Prinzip - Beschäftigte werden an verschiedenen Sammelpunkten oder auch direkt von Zuhause abgeholt und zur Arbeitsstätte gebracht. Das Mitarbeitershuttle ermöglicht unabhängig vom eigenen Pkw eine sichere und komfortable An- und Abreise zum Arbeitsplatz. Insbesondere auf der „letzten Meile" kann durch den Transport der Beschäftigten zum Betriebsgelände oder zum Wohnort eine deutliche Verbesserung der Mobilität erzielt werden. Mit dem Mitarbeitershuttle können sowohl periphere Wohn- als auch Arbeitsorte erschlossen werden. Es eignet sich damit besonders gut für Arbeitsstätten, die anderenfalls nur mit dem Pkw gut zu erreichen sind oder für den Transport von Beschäftigten aus ländlichen Räumen zum Arbeitsort, der zentral oder auch peripher liegen kann. 

Mitarbeitershuttle können an die individuellen Uhrzeiten der jeweiligen Arbeits- und Schichtzeiten angepasst werden und besitzen einen hohen Flexibilisierungsgrad. So können verschiedene Linien eingeführt und die Größe der Fahrzeuge an die Streckenauslastung angepasst werden. 

Welche Vorteile bietet das Mitarbeitershuttle?

Mitarbeitershuttle bieten eine sichere und effiziente Mobilitätslösung. Für die Beschäftigten ergibt sich eine komfortable und stressfreie An- und Abreise zum Arbeitsort. Zudem profitieren Beschäftigte davon, dass für sie in der Regel keine Kosten für die An- und Abreise zum und vom Arbeitsplatz anfallen. Darüber hinaus kann die Sicherheit für Pendelnde durch den Einsatz von Mitarbeitershuttles erhöht werden, da ausgebildete Personen das Shuttle fahren. Für die Kommunen erhöht sich durch eine bessere Anbindung der Wohn- und Arbeitsstätten zudem die Standortattraktivität, sowohl als Wohnort als auch für Unternehmen. Mitarbeitershuttles verbessern die Ökobilanz der Unternehmen und leisten somit einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, da die Fahrleistung gegenüber der MIV-Nutzung gesenkt werden kann. Arbeitgeber profitieren ebenfalls vom Mitarbeitershuttle, da weniger Parkplätze für Mitarbeitende vorgehalten werden müssen.

Was ist für eine erfolgreiche Umsetzung zu beachten? 

Die Einführung eines Mitarbeitershuttles kann auf unterschiedliche Weisen organisiert werden. Die Idee für den Shuttle-Verkehr wird in der Regel durch ein Unternehmen oder die Kommune initiiert. Der Planungsaufwand liegt schwerpunktmäßig bei den einzelnen Unternehmen, die den Mobilitätsbedarf ihrer Belegschaft ermitteln müssen. Die Kommune kann unterstützend bzw. durch Kooperationen in den Prozess Einfluss nehmen und beispielsweise eine Koordinierungsfunktion zwischen verschiedenen Betrieben einnehmen. Die kommunalen Ziele können durch eine frühzeitige Zusammenarbeit mit den jeweiligen Unternehmen am besten verfolgt werden. Sinnvoll ist zudem eine Einbindung des Aufgabenträgers bzw. des lokalen Verkehrsunternehmens, um mögliche Optimierungspotenziale im vorhandenen ÖPNV-Angebot zu identifizieren und eine abgestimmte Weiterentwicklung zu gewährleisten. 

Die Fahrzeiten für das Shuttle können individuell durch das Unternehmen festgelegt oder in den bestehenden ÖPNV-Fahrplan integriert werden. Im Fall einer Einbindung in den ÖPNV kann sich die Kommune durch die Vernetzung der Mobilitätsangebote einbringen. Je nach Ausgestaltung des Konzepts und der Rahmenbedingungen innerhalb einer Gemeinde sind unbedingt die Verkehrsplanungsprämissen zu berücksichtigen. Besonders, wenn es um die Ausgestaltung des ÖPNV/SPNV geht, sind Mitarbeitershuttle in der Planung zu berücksichtigen. Das Angebot kann durch Aushänge an Haltestellen, Sammelpunkten der Mitarbeitershuttles und der Homepage der Kommune veröffentlicht werden. Für die fortlaufende Optimierung ist die Einführung eines Monitoringsystems einschließlich einer Evaluierung empfehlenswert. Die Kommune kann ebenfalls durch eine zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit zu einer erfolgreichen Integration der Maßnahme beitragen. 

Es fallen ggf. einmalige Kosten für die Anschaffung der Fahrzeuge an, die in der Regel durch das Unternehmen getragen werden. Zudem ergeben sich fortlaufende Aufwendungen für die Fahrzeuginstandhaltung und den laufenden Betrieb (Fahrpersonal, Kraftstoffverbrauch etc.). Beide Kostenpositionen sind primär durch die geplante Flottengröße und Fahrleistung geprägt.

Ein Mitarbeitershuttle stellt nicht zwangsläufig für alle Beschäftigten den schnellsten oder komfortabelsten Weg zur Arbeit dar. Durch Befragungen und Partizipationsprozesse der Beschäftigten in der Planungsphase kann sichergestellt werden, dass ein möglichst bedarfsorientiertes Angebot entwickelt wird. Es kann sein, dass es einer gewissen Zeit sowie eines angepassten Marketings bzw. Changemanagement-Prozesses bedarf bis die Maßnahme auf eine große Akzeptanz stößt. Die positiven Auswirkungen für die Kommune sind schneller zu erzielen, große Unternehmen mit einer hohen Beschäftigtenzahl in der Region ansässig sind. Eine sorgfältige Evaluierung ist notwendig, um die Maßnahme abschließend bewerten und optimieren zu können. Aus kommunaler Sicht gilt es zu beachten, dass es für eine erfolgreiche Umsetzung den Willen der Unternehmen bedarf. Erfolgt keine Abstimmung mit dem bestehenden öffentlichen Verkehrsangebot, kann das Mitarbeitershuttle in Konkurrenz zum öffentlichen Verkehr treten, was vermieden werden sollte.

Stadtverwaltung Trier Tiefbauamt (Hrsg.), 2006: Abschlussbericht Unternehmensbefragung - Mobilitätskonzept Trier 2020. Trier. Zugriff: http://webarkaden.de/docs/mob_trier_integrale.pdf [abgerufen am 05.08.2020].
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Wolfsburger Verkehrs-GmbH, 17.03.2020: Busliniennetz für Wolfsburg. Zugriff: http://www.wvg.de, Liniennetz [abgerufen am 05.08.2020].