Schulwegplan

Was ist ein Schulwegplan?

Die Erstellung eines Schulwegplans bezeichnet eine Maßnahme, die Eltern und Schulkindern dabei hilft, einen sicheren Schulweg für Kinder und Jugendliche aufzuzeigen, indem Hindernisse oder Problemstellungen sichtbar gemacht und Lösungen angeboten werden. Schulwegpläne enthalten beispielsweise Überquerungsstellen, Zebrastreifen und Ampelanlagen, Gefahrenstellen, Bus- und Bahnhaltestellen, Standorte von Schülerlotsen oder Baustellen und Verkehrsumleitungen. Der Schulwegplan zielt dabei auf den Fuß- und/oder Radverkehr von Schülerinnen und Schülern von Grund- und weiterführenden Schulen ab.

Sollte noch kein Schulwegplan für eine Schule vorliegen, kann die Erstellung durch die örtlichen Verkehrs-, Bau- und Planungsbehörden, Schulen und/oder weiteren Beteiligten wie Eltern oder die Polizei erfolgen.

Das Erstellen eines Schulwegplans besteht dabei in der Regel aus vier Schritten: Der Startphase, der Bestandsaufnahme und Analyse, der Umsetzung sowie der Wirkungskontrolle.

  1. Startphase: In der Startphase kann es sinnvoll sein, eine Arbeitsgruppe zu gründen und die konkreten Ziele des Schulwegplans festzulegen. Teilnehmende dieser Arbeitsgruppe können Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, die Polizei, die Stadtverwaltung sowie weitere Akteure wie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) sein. Zudem können in dieser Phase Arbeitsschritte besprochen und Aufgaben verteilt werden.
  2. Bestandsaufnahme und Analysen: In der zweiten Phase wird der Schulweg analysiert und anhand von Befragungen von Schülerinnen und Schülern und Eltern auf Probleme, mögliche Unfallstellen und Defizite untersucht. Der Leitfaden der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) enthält vorgefertigte Checklisten, die an dieser Stelle unterstützen können.  
  3. In der dritten Phase wird der Schulwegplan erstellt. Dieser kann in Papierform oder mit Hilfe von Online-Karten und Tools digital erstellt werden. Der Leitfaden der BASt enthält auch hier Hilfestellungen und Kartenmaterial, das die Umsetzung erleichtert.
  4. Die Evaluierungsphase ist ein stetiger Prozess. Es sollte regelmäßig überprüft werden, ob der Schulwegplan genutzt wird und ob der Plan noch aktuell ist oder sich Veränderungen wie z. B. Baustellen oder neue Wegeführungen ergeben haben. Nur so wird gewährleistet, dass der Schulwegplan stets den sichersten Weg aufführt.

Welche Vorteile bietet der Schulwegplan?

Ein Schulwegplan bietet die Möglichkeit, einen sicheren Schulweg für Kinder aufzuzeigen, der eigenständig zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigt werden kann. Barrieren oder Gefahrenstellen werden kenntlich gemacht und sichere Alternativen dargestellt. Auf diese Weise werden Kinder ermutigt, den Weg selbstständig zu bestreiten und Eltern dazu motiviert, auf das „Eltern-Taxi“ zu verzichten.

Was ist für eine erfolgreiche Umsetzung zu beachten?

Für eine erfolgreiche Umsetzung ist die Beachtung der oben beschriebenen Schritte ratsam. Eine gründliche Bestandsaufnahme stellt die Grundlage und Voraussetzung für einen sicheren Schulwegplan dar. Eine regelmäßige Evaluierung kann auf Veränderungen reagieren und gewährleistet, dass der Plan stets den sichersten Weg aufzeigt. Bereits zu Beginn der Planung sollten Zuständigkeiten festgelegt werden, die auch die anschließenden Evaluierungsschritte einbeziehen.

Herausforderungen können mit der Darstellung und Gestaltung des Schulwegplans verbunden sein. Schulwegpläne können dabei sowohl in Papierform als auch digital erstellt werden. Hilfestellungen bietet der Leitfaden der BASt oder Internetseiten wie www.mobilekids.net mit kostenfreiem Kartenmaterial.

Bundesanstalt für Straßenwesen (Hrsg.), April 2019: Schulwegpläne leicht gemacht. Der Leitfaden – 3. aktualisierte Auflage. Bergisch Gladbach.
Daimler AG, Initiative MobileKids, 2021: MobileKids Safety Map. Zugriff: www.mobilekids.net, Safety Map [abgerufen am 06.05.2021].