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Förderung von Alternativen zum MIV auf dem Arbeitsweg bei der Robert Bosch GmbH in Reutlingen

Ausgezeichnet im Rahmen des Wettbewerbes „Arbeitswege gestalten. Mobil in ländlichen Räumen“ (2025) des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Was ist mobil@KuRt?

Das betriebseigene Programm mobil@KuRt befasst sich mit dem betrieblichen Mobilitätsmanagement speziell für die Belegschaft der Robert Bosch GmbH in Reutlingen. Es zielt darauf ab, die Mobilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu optimieren, insbesondere im Hinblick auf ihren Arbeitsweg. Im Rahmen von mobil@KuRt werden verschiedene Maßnahmen und Angebote implementiert, die umweltfreundliche Alternativen zum motorisierten Individualverkehr (MIV) fördern.

Das Mobilitätsportfolio umfasst unter anderem:

  • Shuttle Bus: Ein Shuttle-Bus-Service wurde eingerichtet, um Beschäftigte von Stuttgart zu den Stadtstandorten in Reutlingen zu bringen.
  • Automatische Fahrradparkierungsanlage: Um das Radfahren zur Arbeit zu fördern, wurde eine automatische Fahrradparkierungsanlage installiert. Diese bietet eine sichere Möglichkeit, Fahrräder abzustellen.
  • Fahrradleasing: Im Rahmen des JobRad-Fahrradleasing-Programms können Fahrräder geleast werden.
  • Fahrradstellplätze: Zusätzlich wurden ausreichend Fahrradstellplätze geschaffen, um die Anreise mit dem Fahrrad zu erleichtern.
  • Werksausweis ÖPNV-Fahrschein: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können mit Ihrem Werksausweis, der als Fahrschein für den öffentlichen Nahverkehr gilt, zur Arbeit und zurück zum Wohnort fahren.
  • Werk-Werk-Verkehr Werksausweis als Fahrschein: Der Werksauweis dient werktags als Fahrschein für Fahrten mit dem Bus in der Wabe 220 im Stadtgebiet Reutlingen und zwischen den Werken Reutlingen und Kusterdingen.
  • Mitfahr-App Pendla: Um die Bildung von Fahrgemeinschaften zu fördern, wurde die Mitfahr-App Pendla eingeführt. 

Welche Ziele werden mit mobil@KuRt verfolgt?

Mit der Förderung von Alternativen zum MIV werden folgende zentrale Ziele verfolgt:

  • CO2 Emissionen vermeiden:
    Dies geschieht durch Umstieg bei den Beschäftigten auf umweltfreundliche Verkehrsmittel wie öffentliche Verkehrsmittel, Fahrräder oder Carsharing.
  • Reduzierung des Verkehrsaufkommens:
    Durch die Implementierung von Mobilitätsalternativen wird die Anzahl der Fahrzeuge, die täglich zur Arbeit pendeln, reduziert.
  • Steigerung Mitarbeiterzufriedenheit:
    Die Bereitstellung von verschiedenen Mobilitätsoptionen trägt zur Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei.
  • Vorsorge Mitarbeitergesundheit:
    Die Förderung aktiver Mobilitätsformen wie Radfahren hat direkte gesundheitliche Vorteile für die Beschäftigten.
  • Steigerung Arbeitgeberattraktivität:
    Ein zeitgemäßes und nachhaltiges Mobilitätskonzept kann die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber erheblich steigern. 

Wie erfolgte die konkrete Umsetzung?

Die Robert Bosch GmbH in Reutlingen hat die Stelle eines Mobilitätsmanagers geschaffen. Diese Position ist entscheidend, um die verschiedenen Aspekte der Mobilität innerhalb des Unternehmens am Standort Reutlingen zu koordinieren. Der Mobilitätsmanager fungiert als zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Mobilität. Zusätzlich wurde eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe etabliert, die aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedener Fachrichtungen besteht. Diese Gruppe bringt unterschiedliche Perspektiven und Fachkenntnisse ein, um ein ganzheitliches Mobilitätsmanagement zu gewährleisten. Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Abteilungen fördert den Austausch von Ideen und ermöglicht es, Lösungen zu entwickeln, die den spezifischen Anforderungen der Belegschaft gerecht werden.

Um die Bedürfnisse der Belegschaft besser zu verstehen, wurde eine umfassende Ist-Analyse durchgeführt. Diese Analyse umfasste detaillierte Befragungen, in denen die Beschäftigten ihre aktuellen Mobilitätsgewohnheiten, Wünsche und Verbesserungsvorschläge äußern konnten. Die Befragungen wurden so gestaltet, dass sie sowohl quantitative als auch qualitative Daten erfassten, um ein umfassendes Bild der Mobilitätssituation im Unternehmen zu erhalten. Anhand der gesammelten Daten konnten spezifische Bedürfnisse identifiziert werden, wie beispielsweise der Wunsch nach besseren Fahrradabstellmöglichkeiten, der Bedarf an flexiblen Shuttle-Services oder die Nachfrage nach Anreizen für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Auf dieser Basis wurden gezielte Maßnahmen entwickelt, die nicht nur die Mobilität der Belegschaft verbessern, sondern auch zur Reduzierung von CO2-Emissionen und Verkehrsaufkommen beitragen. 

Die Umsetzung erfordert Budget und Ressourcen. Der Ertrag sind Nachhaltigkeit, Mitarbeiterzufriedenheit und Arbeitgeberattraktivität. Änderungen des Mobilitätsverhaltens braucht Langfristigkeit. Die Einführung von einem Shuttle-Bus erfordert die Einbindung eines Verkehrsplanungsbüros.

Betriebliches Mobilitätsmanagement
Quelle: Mobilikon 2024
Icon Maßnahme

Betriebliches Mobilitätsmanagement umfasst alle Maßnahmen, die Unternehmen oder Behörden ergreifen, um den von ihnen verursachten Verkehr zu steuern.

Fahrradparkhaus
Quelle: Mobilikon 2021
Icon Maßnahme

Ein Fahrradparkhaus ist eine diebstalsichere und vor Witterung geschützte Fahrradabstellmöglichkeit. Fahrradparkhäuser können in ihrer Kapazität, Bauform und Ausstattung variieren.

Fahrradverleih
Quelle: berlin-event-foto.de/Peter-Paul Weiler
Icon Maßnahme

Ein Fahrradverleih ist ein Geschäft, das gegen Entgelt Fahrräder verleiht. Das traditionelle Fahrradverleihsystem ermöglicht insbesondere für Touristen eine flexible und kostengünstige Fortbewegung.

Firmenrad
Quelle: Westend61 / Getty Images
Maßnahme

Firmenrad

Icon Maßnahme

Ein Firmenrad ist ein von Arbeitgebern zur Verfügung gestelltes Fahrrad oder Pedelec. Es kann von Beschäftigten mit steuerlichen Vorteilen und zu attraktiven Konditionen geleast werden.

Förderung von Fahrgemeinschaften
Quelle: miodrag ignjatovic / Getty Images
Icon Maßnahme

Mit der Bildung von Fahrgemeinschaften werden private Fahrten öffentlich zugänglich gemacht. Das ist ressourcenschonenend und verbessert das Mobilitätsangebot.

Integration alternativer Angebote in das ÖPNV-Angebot

MobilVernetzt – Bereitstellung und Vernetzung betrieblicher e-Flotten über eine digitale Mobilitätsplattform
Pendlerportal Zukunftscampus Jülich
Icon Praxisbeispiele

Am Zukunftscampus Jülich wurde ein Pendlerportal eingerichtet, in dem sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Fahrgemeinschaften zusammenschließen können.

Soll-Ist-Abgleich
Umsetzungshilfen

Soll-Ist-Abgleich

Icon Umsetzungshilfen

Der Soll-Ist-Abgleich ist ein Bestandteil des Projektcontrollings von Mobilitätsmaßnahmen, bei dem der Soll-Zustand mit dem Ist-Zustand verglichen wird, um Abweichungen zu identifizieren.

Betriebliche Mobilität im Quartier gemeinsam verbessern. Erkenntnisse für die Praxis aus dem Projekt BMM HOCH DREI

2017:

Mitarbeiterbefragung, Gründung Mobilitätsteam, Einführung mobil@KuRt Community
 

2018:

Einführung JobRad-Leasing, Mobilitätstage am Standort, Zusätzliche Fahrradstellplätze installiert, Jobticket-Vereinbarung mit ÖPNV

2019:

Eröffnung Ladeschließfächer für Pedelec Akkus, Bewerbung Stadtbusnetz

2020:

Einführung Shuttle-Bus, Eröffnung Bike-Garage in Reutlingen

2021:

Werk-Werk-Verkehr über ÖPNV, Eröffnung Bike-Garage in Kusterdingen

2022:

Eröffnung Co-Working Arbeitsplätze, Optimierung Shuttle-Bus Linie

2023:

Zweite Mobilitätsumfrage, Einführung kostenloser ÖPNV auf dem Arbeitsweg, Einweihung Radler-Container, Auszeichnung Fahrradfreundlicher Arbeitgeber in Gold, Eröffnung neuer Fahrradstellplatz

2024:

Update Angebot ÖPNV, Einführung Mitfahrplattform

Robert Bosch GmbH Reutlingen, 2025.

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