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Mobilitätsassistenzsystem „INTROS“ für Busflotte der Saarbahn

Eine seheingeschränkte Person an einer Bushaltestelle nutzt per Smartphone das Mobilitätsassistenzsystem
Quelle: Bild Saarbahn/Manuel a Meyer

Was ist das Mobilitätsassistenzsystem „INTROS“ in Saarbrücken?

Mit dem Informations- und Orientierungssystem „INTROS“ hat die Saarbahn in einem mehrstufigen Projekt eine innovative Lösung mit Betroffenen für Betroffene umgesetzt. Deutschlandweit kommt dieses System erstmalig flächendeckend in der Landeshauptstadt Saarbrücken zum Einsatz. Das saarländische Mobilitätsministerium hat das Projekt mit 355.000 Euro gefördert. Kooperationspartner sind die Trapeze Switzerland GmbH in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband. 

Die App INTROS kann auf dem Smartphone installiert werden und ermöglicht dem Fahrgast mit dem Fahrzeug digital zu interagieren. Diese Interaktion wird durch ein Fahrzeug- und Audiomodul möglich. Mittels App kann der Fahrgast so beispielsweise seinen Einsteigewunsch an den Fahrerplatz übermitteln und damit erhöhte Aufmerksamkeit anfordern. Ein akustisches Signal lotst den Fahrgast zur geöffneten Tür. Während der Fahrt kann sich der Nutzer bzw. die Nutzerin Echtzeitinformationen einholen wie z. B. den Fahrtverlauf. Voraussetzung für die Nutzung ist ein Smartphone mit aktuellem IOS oder Android Betriebssystem. Für die Bluetooth-basierten Funktionen wird BLE 4.2 oder höher benötigt. Wer kein Smartphone hat oder über keine Smartphone Kenntnisse verfügt, kann in Kürze alternativ auch einen Handsender nutzen. Von INTROS können weitere Nutzergruppen profitieren, beispielsweise Seniorinnen und Senioren, Analphabeten oder Personen, die die herkömmliche Fahrgastinformationen nicht nutzen können.

Welche Ziele werden mit dem Mobilitätsassistenzsystem „INTROS“ in Saarbrücken verfolgt?

Das Ziel von INTROS ist es insbesondere blinden und seheingeschränkten Fahrgästen die Nutzung des ÖPNV zu erleichtern und ihnen eine selbstbestimmte Mobilität zu ermöglichen. Mit dem Mobilitätsassistenzsystem kommt die Saarbahn ihrem Ziel noch ein Stück näher, eine möglichst weitreichende Barrierefreiheit ihrer Mobilitätsangebote zu erreichen.

Wie erfolgte die konkrete Umsetzung?

Zunächst hat die Saarbahn in den Jahren 2020 und 2021 ein Pilotprojekt – unterstützt vom Blinden- und Sehbehindertenverein für das Saarland e. V., der hauptamtlichen Behindertenbeauftragten und dem Behindertenbeirat der Landeshauptstadt Saarbrücken – umgesetzt, um ein barrierefreies Informations- und Orientierungssystem gemeinsam mit blinden und seheingeschränkten Testnutzern auf einer Linie zu erproben.

Im Ergebnis ist das System testnutzerseitig als geeignet beschrieben worden, blinden und seheingeschränkten Menschen die Nutzung des ÖPNV zu erleichtern. Nach den positiven Erfahrungen der Pilotphase hat die Saarbahn eine europaweite Ausschreibung gestartet, der Zuschlag für ein barrierefreies Informations- und Orientierungssystem für die Busflotte der Saarbahn ist an Trapeze Switzerland GmbH erteilt worden.

Der Saarbahn war es von Anfang an wichtig, dass der Nutzer im Mittelpunkt des Projektes steht. Vom Pilotbetrieb bis zum Serieneinbau, erfolgte während aller Projektphasen daher eine enge Einbindung von blinden- und seheingeschränkten Fahrgästen 

Der flächendeckende Go-Live in Saarbrücken hat am 20. November 2025 stattgefunden.

Die unterschiedlichen Anforderungen und Bedürfnisse der Zielgruppe standen von Anfang an im Mittepunkt des Projektes. Für die Umsetzung war es daher sehr wichtig, das Projekt mit Betroffenen für Betroffene umzusetzen.

Barrierefreier ÖV
Quelle: juananbarros / Getty Images
Icon Maßnahme

Die barrierefreie Gestaltung des ÖV soll möglichst allen Bevölkerungsgruppen eine komfortable Nutzung ermöglichen und umfasst barrierefreie Fahrzeuge sowie die Ausgestaltung der physischen und digitalen Infrastruktur.

Gestaltung barrierefreier Haltestellen
Quelle: Mobilikon 2021
Icon Maßnahme

Die Gestaltung barrierefreier Haltestellen trägt zu einem inklusiven ÖV bei und fördert damit eine inklusive, sichere und nachhaltige Mobilität für Menschen mit Behinderungen.

Gestaltung barrierefreier Verkehrs- und Freiräume
Quelle: Mobilikon 2021
Icon Maßnahme

Barrierefreie Verkehrs- und Freiräume sind so gestaltet, dass sie für alle Menschen, unabhängig von körperlichen, sensorischen oder kognitiven Einschränkungen, selbstständig nutzbar sind.

Gestaltung barrierefreier Wegeketten
Quelle: Mobilikon 2021
Icon Maßnahme

Eine barrierefreie Wegekette kennzeichnet eine zusammenhängende Abfolge von Wegen, die durchgängig barrierefrei für Menschen mit Behinderungen nutzbar ist und die selbstständige Mobilität fördert.

Integrierte Mobilitätsplattformen
Quelle: Patcharanan Worrapatchareeroj / Getty Images
Icon Maßnahme

Integrierte Mobilitätsplattformen verbinden Informationen zur Reise mit dem Ticketkauf. Dies ermöglicht Kundinnen und Kunden einen leichten Zugang zum ÖV und steigert die Attraktivität und Nutzung.

Weg zu einem barrierefreien öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis Reutlingen
Smart4You - Dein Butler
Quelle: Kreis Soest
Icon Praxisbeispiele

Smart4You unterstützt durchgängige barrierefreie Wege- und Angebotsketten im ÖPNV unter Einbindung von touristischen Angeboten. Barrierearme Navigationslösungen und Echtzeitdienste werden in Smartphone-basierende Technologien integriert.

Bestandsanalyse zur Barrierefreiheit
Quelle: Motortion / Getty Images
Icon Umsetzungshilfen

Eine Bestandsanalyse der Barrierefreiheit ist Grundlage für die Identifikation des Handlungsbedarfs zur Erreichung eines vollständig barrierefreien ÖV, damit möglichst alle Menschen den ÖV nutzen können.

Standards für die Herstellung barrierefreier Bushaltestellen im Saarland

September – Dezember 2020:

Ausstattung Testfahrzeuge, öffentliche Testnutzersuche

Januar – Mai 2021:

Weiterentwicklung Beta-Version mit Testnutzern

Oktober 2021 – März 2022:

Europaweite Ausschreibung für Busflotte Saarbahn

Q4 2022 – November 2024:

System-Rollout auf Busflotte mit Beteiligung von Beta-T

Aktueller Bericht, 19.11.2024: Neues Assistenzsystem in Bussen zur Unterstützung sehbehinderter und blinder Fahrgäste
https://www.sr-mediathek.de/index.php?seite=7&id=147076&startvid=6 [abgerufen am 17.12.2025].

nahverkehrspraxis.de, 20.11.2024: Saarbahn setzt auf Barrierefreiheit in Echtzeit
https://www.nahverkehrspraxis.de/saarbahn-setzt-auf-barrierefreiheit-in-echtzeit/ [abgerufen am 17.12.2025].

Roter Renner, 21.11.2025: 182 Busse mit Assistenzsystem ausgerüstet
https://roter-renner.de [abgerufen am 10.09.2025].

Saarbahn GmbH, o. J.: Barrierefreies Informations- und Orientierungssystem. Zugriff: https://www.saarbahn.de/service/barrierefreies_informations_und_orientierungssystem [abgerufen am 17.12.2025].

Saarländischer Rundfunk, 19.11.2024: Assistenzsystem in Bussen soll seheingeschränkte und blinde Fahrgäste unterstützen
https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/politik_wirtschaft/saarbahn_setzt_auf_hilfssystem_fuer_sehbehinderte_menschen_saarland_100.html [abgerufen am 17.12.2025].

Trapeze Switzerland GmbH, 05.04.2022: Weltpremiere: Busflotte der Saarbahn erhält Trapeze-Lösung INTROS. Zugriff: https://www.trapezegroup.de/news/text/weltpremiere-busflotte-der-saarbahn-erhaelt-trapeze-loesung-intros/ [abgerufen am 17.12.2025].

Wochenspiegel, 25.11.2024: Eine innovative Kombination. Zugriff: https://www.wochenspiegelonline.de/news/detail/eine-innovative-kombination [abgerufen am 17.12.2025].

Ähnliche Praxisbeispiele

Kurztext für breite Kacheln (optional)

INTROS ist ein Mobilitätsassistenzsystem, das blinden und seheingeschränkten Fahrgästen die Nutzung des ÖPNV erleichtert. In der Landeshauptstadt Saarbrücken hat die Saarbahn ihre gesamte Busflotte mit dem System ausgestattet.