Ridepooling: Hofer Landbus

Eine Hand hält ein Handy auf dem die Hofer-Landbus-App geöffnet ist
Quelle: Mobilikon 2021

Was ist der Hofer Landbus?

Der Hofer Landbus ergänzt als flexibles Ridepooling das Mobilitätsangebot in Rehau und Regnitzlosau im Landkreis Hof. Zusammen haben die beiden Kommunen etwa 12.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Der Bus verkehrt ohne Fahrplan und linienunabhängig im Bedienungsgebiet, das eine Fläche von 120 Quadratkilometern und 185 virtuelle Haltestellen umfasst. Die virtuellen Haltestellen sind durch Schilder gekennzeichnet und liegen in den Gemeinden in einem Abstand von rund 200 Metern auseinander.
Eine Fahrt mit dem Ridepooling-Bus kann zwischen 06:00 Uhr und 23:00 Uhr per App des Anbieters door2door oder telefonisch gebucht werden. Der Nutzende erhält anschließend den Namen der fahrenden Person, das Autokennzeichen des Fahrzeuges und die voraussichtliche Ankunftszeit an der nächstgelegenen virtuellen Haltestelle. Falls andere Kundinnen oder Kunden zur selben Zeit eine ähnliche Strecke zurücklegen wollen, werden diese bedarfsgerecht in einem Fahrzeug gebündelt. Die Fahrzeuge des Hofer Landbusses bieten Platz für jeweils maximal acht Fahrgäste.
Die Bezahlung der Fahrt erfolgt in bar bei der fahrenden Person. Im Gegensatz zu städtischen Ridepooling-Angeboten zahlt die Kundin oder der Kunde beim Landbus streckenunabhängig immer denselben Betrag von drei Euro. Es stehen ebenfalls rollstuhlgeeignete Fahrzeuge zur Verfügung.
Die einjährige Erprobungsphase des Hofer Landbusses begann im September 2019. Mittlerweile ist die Fortführung des Betriebs bis August 2024 beschlossen und eine Ausweitung auf weitere Kommunen innerhalb des Landkreises wird vorbereitet.

Welche Ziele werden mit dem Hofer Landbus verfolgt?

Ziel des Projektes ist es, den ländlichen öffentlichen Nahverkehr benutzungsfreundlicher und zugänglicher zu gestalten. Das flexible Mobilitätsangebot soll das ÖPNV- und Taxiangebot ergänzen, sodass ein leistungsstarkes und komfortables Mobilitätsangebot in der Region geschaffen wird. Anstatt schwach ausgelastete Linienbusse einzusetzen, stellt sich das Ridepooling-Angebot auf die Nachfrage der Kundinnen und Kunden ein. Vor allem für jüngere Menschen auf dem Land soll mit der On-Demand-Mobilität ein Anreiz geschaffen werden, den ÖPNV zu nutzen. So erhofft sich der Landkreis durch das Ridepooling-Angebot eine Attraktivitätssteigerung der Region, die eine Abwanderung junger Menschen vom Land in die Städte verhindern soll.
Neben den jungen Menschen soll der Landbus auch Seniorinnen und Senioren sowie mobilitätseingeschränkten Personen die Möglichkeit geben, sich schnell und flexibel in der Gemeinde fortzubewegen.
Langfristig ist das Ziel des Ridepooling-Angebots nicht nur Anwohnende ohne eigenes Auto flexibel und mobil zu befördern, sondern auch Menschen dazu zu bewegen, auf die Nutzung ihres eigenen Fahrzeuges zu verzichten.

Wie erfolgte die konkrete Umsetzung?

Das Projekt Hofer Landbus wurde vom Landkreis Hof im Jahr 2019 gestartet. In Zusammenarbeit mit lokalen und bundesweit agierenden Partnern wurde das Ridepooling-Angebot geschaffen. Der Familienbetrieb Taxi Herrmann aus Hof stellte die Fahrzeuge und das Berliner Technologieunternehmen door2door die Software bereit. Außerdem wurde das Projekt von der Logistik Agentur Oberfranken e.V. begleitet.
Vom Technologiepartner door2door konnten Erfahrungswerte aus einem ähnlichen Projekt übernommen werden. Im Jahr 2017 hatte door2door bereits in einem anderen ländlichen Gebiet, dem Landkreis Freyung in Bayern, ein Ridepooling-Angebot umgesetzt. Bei der Einführung des Landbusses im Landkreis Hof wurden umfangreiche Marketingmaßnahmen ergriffen, um die Bekanntheit und Akzeptanz des neuen Angebotes zu steigern, u. a. wurde in den lokalen Tageszeitungen über die Einführung berichtet und die Bewohnerinnen und Bewohner hatten bei verschiedenen Veranstaltungen die Möglichkeit sich an einem Stand des Landkreis Hof zu informieren. Um insbesondere die Zielgruppe von jüngeren Menschen zu erreichen, wurde auch in den sozialen Netzwerken über das neue Mobilitätsangebot informiert.

Das Projekt wird durch die Bayerische Staatsregierung bis 2024 mit bis zu 600.000 Euro gefördert.

Die größte Umsetzungsschwierigkeit für das Ridepooling-Angebot besteht in der Gewinnung und Bündelung von Kundschaft. Hierzu wurde der Hofer Landbus auf vielen Veranstaltungen beworben und die Bürgerinnen und Bürger über das Angebot informiert.

17.09.2019:

Start des Ridepooling-Pilotprojektes (für zunächst ein Jahr)

03.11.2019:

1.000er Fahrgast

19.06.2020:

Beschluss zur Fortführung bis (zunächst) August 2024

03.08.2020:

Einführung Vorausbuchungsoption

100% Hof, 22.09.2019: Hofer Landbus. Zugriff: https://www.100prozenthof.de/news/allgemeines/hofer-landbus [abgerufen am 11.05.2020].
Door2door, 17.09.2019: Digitale On-Demand-Mobilität auf dem Land: Wie der Hofer LandBus neue Anreize schafft. Zugriff: https://blog.door2door.io/digitale-on-demand-mobilit%C3%A4t-auf-dem-land-wie-der-hofer-landbus-neue-anreize-schafft-f35302d1e8c [abgerufen am 11.05.2020].
Fund, Dietmar, 27.09.2019: Hofer Taxi-Betrieb steigt ins Pooling ein. Zugriff: https://www.taxi-heute.de/de/news/sammelfahrten-taxi-apps-hofer-taxi-betrieb-steigt-ins-pooling-ein-19891.html [abgerufen am 11.05.2020].
Licha, Christian, 14.01.2020: Sinnvoller als teure Geisterbusse. Zugriff: https://www.infranken.de/lk/gem/sinnvoller-als-teure-geisterbusse-art-4760587 [abgerufen am 11.05.2020].

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