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RoBiN – Region ohne Barrieren im Nahverkehr

Was ist RoBiN?

Bei RoBiN (Region ohne Barrieren im Nahverkehr) handelt es sich um eine Fachgruppe, die sich für die Umsetzung von Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr der Region Hannover einsetzt. Die Fachgruppe wird frühzeitig in Planungsprozesse des Nahverkehrs eingebunden, um Vorhaben hinsichtlich ihrer Barrierefreiheit zu beurteilen. Damit sollen Planungsfehler vermieden und Barrierefreiheit als wichtiger Bestandteil des ÖPNV berücksichtigt werden. Diese Form der Beteiligung ist seit 2021 im Nahverkehrsplan der Region Hannover festgeschrieben. Neben der Mitwirkung an konkreten Vorhaben arbeitet die Fachgruppe unter dem Motto „agieren statt reagieren“ an selbst gewählten Themen zum Barrierenabbau im Nahverkehr. Ziel ist es, durch die Zusammenarbeit mit Politik, Verkehrsunternehmen sowie den kommunalen und regionalen Verwaltungen vollständige Barrierefreiheit im Nahverkehr zu etablieren. 

Die Arbeit der Fachgruppe RoBiN basiert auf dem ehrenamtlichen Engagement ihrer Mitglieder. Diese setzen sich neben den Beauftragten für Menschen mit Behinderungen der Region und der Stadt Hannover aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener regionaler Verbände und Gruppen für körperbehinderte, blinde und sehbehinderte, hörbehinderte, kleinwüchsige und ältere Menschen, zusammen. Bei der Gründung wurde auf diese heterogene Zusammensetzung geachtet, um bei der Beurteilung von Barrierefreiheit im ÖPNV möglichst viele verschiedene Sichtweisen zu berücksichtigen. Unterstützt wird RoBiN vom Fachbereich Verkehr der Region Hannover. Die Verwaltung stellt u. a. geeignete Räumlichkeiten für Sitzungen bereit und bei Bedarf auch Hilfsmittel wie Schriftdolmetschung, bei der das Gesprochene für Menschen mit Hörbehinderung in Echtzeit mitgeschrieben wird (Live-Untertitel). Zudem begleitet eine Mitarbeiterin des Fachbereichs die Sitzungen und steht der Fachgruppe als Ansprechperson zur Seite.

Welche Ziele werden mit RoBiN verfolgt?

Ziel von RoBiN ist die Umsetzung einer gleichberechtigten und selbstbestimmten Mobilität für alle in der Region Hannover. Dafür trifft sich die Fachgruppe zu jeweils vier persönlichen Sitzungen im Jahr und arbeitet an der Umsetzung des eigens aufgestellten 10-Punkte-Programms zum Abbau von Barrieren im Nahverkehr. Dazu zählt beispielsweise, dass Bedarfs- und Ersatzverkehre flexibel und barrierefrei gestaltet oder einheitliche Standards für Haltestellen und Fahrzeuge definiert werden. Die Details des 10-Punkte-Programms sind im Nahverkehrsplan der Region festgehalten.

Neben der Mitwirkung am Nahverkehrsplan war RoBiN an der Planung des On-Demand-Angebotes Sprinti beteiligt. Infolgedessen konnten bei dem Angebot nahezu alle Anforderungen zur barrierefreien Buchung und Nutzung umgesetzt werden. Des Weiteren wirkte die Fachgruppe am Modulkatalog zu Bike & Ride Anlagen hinsichtlich der Kriterien für die Barrierefreiheit bei der Errichtung von Fahrradabstellanlagen an Haltestellen mit, entwickelte mit der Region die barrierefreien Aspekte für die Mobilstation an einem Regional-Bahnhof und definierte Anforderungen für eine barrierefreie Nutzung des autonomen Linienbusses Albus.

Neben den vier festen Terminen trifft sich RoBiN auch in eigener Regie in unterschiedlicher Besetzung und zu verschiedenen Themen. Die Kommunikation läuft über eine von der Region eingerichtete Email-Adresse.

Wie erfolgte die konkrete Umsetzung?

Um der Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) im Jahr 2013 bezüglich der Vorgaben zur Barrierefreiheit gerecht zu werden, wurde vor der Aufstellung des Nahverkehrsplans (2021) die Arbeitsgruppe Barrierefreiheit (AG BF) gegründet. Die AG BF setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern von Behindertenvereinen und Initiativen zusammen, die sich im Rahmen des Aktionsplans „Inklusive Region Hannover“ organisierten. Die Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit der Umsetzung von Barrierefreiheit im ÖPNV und entwickelte auf Basis dessen das 10-Punkte-Programm für den Nahverkehr in der Region. Um die kontinuierliche Beteiligung von Betroffenen an ÖPNV-Vorhaben zu sichern, wählte die AG BF aus ihrer Mitte heraus Vertreterinnen und Vertreter in eine kleinere, tatkräftige Arbeitsgruppe, die Fachgruppe RoBiN. Seit der Gründung im Mai 2019 trifft sich die Fachgruppe regelmäßig zu Sitzungen. Damit auch im ÖPNV-Rat der Region Hannover das Thema Barrierefreiheit präsent ist, sind zwei Mitglieder von RoBiN dort vertreten. Über aktuelle Aktivitäten und Positionen informiert RoBiN in einem Newsletter (Infoblatt) auf der Homepage der Region Hannover. 

Alle Mitglieder der Fachgruppe müssen im digitalen Bereich (Internet, Videokonferenzen, etc.) kompetent sein, Anliegen selbständig formulieren können und bereit sein, auch zwischen den festen Terminen aktiv und engagiert an den Problemlösungen mitzuarbeiten.

Barrierefreier ÖV
Quelle: juananbarros / Getty Images
Icon Maßnahme

Die barrierefreie Gestaltung des ÖV soll möglichst allen Bevölkerungsgruppen eine komfortable Nutzung ermöglichen und umfasst barrierefreie Fahrzeuge sowie die Ausgestaltung der physischen und digitalen Infrastruktur.

Gestaltung barrierefreier Haltestellen
Quelle: Mobilikon 2021
Icon Maßnahme

Die Gestaltung barrierefreier Haltestellen trägt zu einem inklusiven ÖV bei und fördert damit eine inklusive, sichere und nachhaltige Mobilität für Menschen mit Behinderungen.

Gestaltung barrierefreier Verkehrs- und Freiräume
Quelle: Mobilikon 2021
Icon Maßnahme

Barrierefreie Verkehrs- und Freiräume sind so gestaltet, dass sie für alle Menschen, unabhängig von körperlichen, sensorischen oder kognitiven Einschränkungen, selbstständig nutzbar sind.

Gestaltung barrierefreier Wegeketten
Quelle: Mobilikon 2021
Icon Maßnahme

Eine barrierefreie Wegekette kennzeichnet eine zusammenhängende Abfolge von Wegen, die durchgängig barrierefrei für Menschen mit Behinderungen nutzbar ist und die selbstständige Mobilität fördert.

Mobisaar - Mobilität für alle. Der Begleit-Service im saarländischen ÖPNV
Smart4You - Dein Butler
Quelle: Kreis Soest
Icon Praxisbeispiele

Smart4You unterstützt durchgängige barrierefreie Wege- und Angebotsketten im ÖPNV unter Einbindung von touristischen Angeboten. Barrierearme Navigationslösungen und Echtzeitdienste werden in Smartphone-basierende Technologien integriert.

Weg zu einem barrierefreien öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis Reutlingen

Bestandsanalyse zur Barrierefreiheit
Quelle: Motortion / Getty Images
Icon Umsetzungshilfen

Eine Bestandsanalyse der Barrierefreiheit ist Grundlage für die Identifikation des Handlungsbedarfs zur Erreichung eines vollständig barrierefreien ÖV, damit möglichst alle Menschen den ÖV nutzen können.

Praxishilfen Barrierefreiheit: Verkehr und Mobilität
Wissenschaftliche Dokumente
Icon Publikationssammlung

Die Landesfachstelle für Barrierefreiheit in Thüringen hat zum Thema barrierefreier Verkehr und Mobilität verschiedene Praxishilfen wie Leitfäden und Checklisten zu einer Sammlung zusammengestellt.

Leitfaden Inklusive Beteiligung: Verbindliche Kriterien und weitere Empfehlungen

2016:

Auftaktveranstaltung zum Aktionsplan „Inklusive Region Hannover“ mit einer Arbeitsgruppe zum Thema Mobilität

2017:

Überführung der AG Mobilität in die AG Barrierefreiheit für die Arbeit am Nahverkehrsplan 2021

2018:

Erstellung des 10-Punkte-Programms für Barrierefreiheit im Nahverkehrsplan der Region Hannover

2018/2019:

Beteiligung an der Entwicklung des Nahverkehrsplans 2021

2019:

Gründung und erste Sitzung der Fachgruppe RoBiN für die dauerhafte Beteiligung bei Planungsvorhaben im Nahverkehr

2019:

Forderungen bezüglich der Barrierefreiheit von Fahrradabstellanlagen im Rahmen der Ausstattungen von Bike+Ride-Anlagen

2020:

Barrierefreie Ausgestaltung des On-Demand-Angebotes „sprinti“ in der Region Hannover

2022:

Einbindung der Fachgruppe RoBiN in die Planungen einer Mobilstation am Bahnhof für Regionalzüge

2023:

Aktualisierung der barrierefreien Kriterien des On-Demand-Angebotes bezüglich neuer Fahrzeugtypen (Kleinbusse, e-Fahrzeuge)

2023:

Formulierung von Anforderung an die Barrierefreiheit des autonom fahrenden Linienbusses „albus”

2025:

Beteiligung an der Entwicklung des Nahverkehrsplans 2026

Landeshauptstadt und Region Hannover, 2024: AG Barrierefreiheit / RoBiN. Zugriff: https://www.hannover.de, Mobilität, Bus & Bahn, Weiterführende Informationen zum Öffentlichen Nahverkehr in der Region Hannover [abgerufen am 07.07.2026].

Region Hannover / Fachbereich Verkehr, 2022: Nahverkehrsplan 2021. Zugriff: https://www.hannover.de, Mobilität, Verkehrsplanung & -entwicklung, Der Nahverkehrsplan [abgerufen am 07.07.2026].

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Quelle: MPIDS/Keppel

Ridepooling: EcoBus

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