Shuttle Modellregion Oberfranken

Was ist die Shuttle Modellregion Oberfranken (SMO)?

Ab 2021 fahren in den oberfränkischen Städten Hof, Rehau und Kronach hochautomatisierte, elektrisch angetriebene Kleinbusse im öffentlichen Straßenraum. Insgesamt sechs dieser selbstfahrenden Shuttles des Herstellers Navya werden im Rahmen des Vorhabens eingesetzt. Sie können kostenlos genutzt werden. Die Fahrzeuge bieten maximal zehn Fahrgästen Platz. Auch in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen haben mittels einer Rampe leicht Zugang.

Es handelt sich um die drei folgenden Strecken:

Strecke Hof: Die Shuttles verbinden den Hauptbahnhof mit der City und verbessern damit die Erreichbarkeit der Innenstadt als eine Mobilitätslösung für die letzte Meile. Sie werden als Ergänzung in das bestehende ÖPNV-Netz eingepasst. Das nördliche Ende der Strecke führt durch die Fußgängerzone in der Altstadt. Angesprochen werden dadurch die Hoferinnen und Hofer, aber auch Besucherinnen und Besucher der Innenstadt von außerhalb. Betrieben werden die Busse durch die DB-Tochter Regionalbus Ostbayern GmbH.

Strecke Rehau: In Kooperation mit der ansässigen REHAU AG + Co., die auch Betreiberin sein wird, werden die Fahrzeuge zunächst im Werksverkehr die REHAU-Verwaltungsgebäude Rheniumhaus und Strontium über das Werk Scandium verbinden. Auf dieser Strecke ist ausschließlich die Beförderung von Mitarbeitenden des Unternehmens vorgesehen. In einer zweiten Phase soll dann die Strecke zu einem Rundkurs erweitert werden, wobei auch die Rehauer Innenstadt mit erschlossen und eine kostenlose Mitfahrt für die Bevölkerung möglich werden soll.

Strecke Kronach: Die Strecke in Kronach dient insbesondere touristischen Zwecken, steht aber natürlich auch der Kronacher Bevölkerung offen. Die Shuttles werden vom Bahnhof aus in einem ca. drei Kilometer langen Rundkurs entlang innerstädtischer Parkplätze durch die obere Stadt bis hin zur Festung Rosenberg fahren. Es soll keine Fahrpläne mit fixen Zeiten geben, sondern ein flexibles, dem Bedarf angepasstes Fahrgastmanagement. Dafür werden an den Haltestellen moderne und bedienbare Displays angebracht. Den Fahrbetrieb verantwortet die DB-Tochter Omnibusverkehr Franken GmbH.

Automatisiert fahrende Shuttles können in diesen Anwendungsfällen eine ideale Lösung sein, um das Angebot des öffentlichen Verkehrs gezielt zu ergänzen. Die Fahrzeuge fahren die vorgesehenen Routen wie auf einer digitalen Schiene mit einer Geschwindigkeit von bis zu 18 km/h ab.

Darüber hinaus wird die sogenannte Mensch-Maschine-Interaktion intensiv erforscht und dazu ein Demonstrator aufgebaut. Die Fahrpläne der Shuttles im öffentlichen Nahverkehr sollen zudem mit einer weiterentwickelten App digital einsehbar und die Fahrten direkt buchbar werden. Außerdem wird in der Hofer Innenstadt eine Leitwarte errichtet, anhand dieser der Fernzugriff und die Fernsteuerung der Shuttles erprobt werden soll. Dazu werden die Fahrzeuge aufwendig mit weiterer Sensorik ausgestattet. Nicht zuletzt ist die Bevölkerung nicht nur dazu eingeladen, das neue Mobilitätsangebot zu testen, sondern sich im Rahmen der umfangreichen Akzeptanzforschung bei der Beurteilung und Weiterentwicklung der Innovationen selbst mit einzubringen.

Welche Ziele werden mit der Shuttle Modellregion Oberfranken verfolgt?

Gesamtziel des Vorhabens ist es, den Betrieb von fahrerlosen Shuttles als ergänzenden und komplementären Bestandteil des ÖPNV im öffentlichen Straßenraum zu testen, die technischen Fähigkeiten der Shuttles in mehreren Bereichen wesentlich weiterzuentwickeln, neue Marktmodelle zum kontextbezogenen Einsatz zu implementieren, Interaktion und Akzeptanz bei unterschiedlichen Einsatzzwecken zu erforschen sowie die Bevölkerung bei Beurteilung und Weiterentwicklung mit einzubeziehen.

Im Rahmen des SMO-Projektes wird die Akzeptanz der Shuttles bei den unterschiedlichen Anwendungsfällen in den drei Einsatzorten erforscht. Das langfristige Ziel ist es, diese Mobilitätsform bei Eignung zu etablieren und einen Einsatz ohne großen Aufwand zu ermöglichen.

Wie erfolgte die konkrete Umsetzung?

Die umfangreichen Vorarbeiten wurden bis Ende 2020 größtenteils abgeschlossen. Beispielsweise wurden die geeigneten Lademöglichkeiten für die Fahrzeuge geschaffen und eine GNSS-Ortungsantenne installiert. Mit diesem Signal kann die Position der Shuttles zu jeder Zeit exakt bestimmt werden. Zusätzlich scannt das selbstfahrende Fahrzeug mit seinen vielen Sensoren die direkte Umgebung, sodass eine Lokalisierung über zwei Wege permanent sichergestellt ist. Zum Betrieb werden den Fahrzeugen die zu fahrenden Routen inklusive der Verkehrsregeln einprogrammiert. Außerdem können die Shuttles mit einem Teil der Ampelanlagen über ein Funksignal kommunizieren.

Der Regelbetrieb mit Fahrgästen soll noch 2021 beginnen.

Der Freigabeprozess ist zeitintensiv, technisch anspruchsvoll und bedingt einige Investitionen in die Infrastruktur und Anpassungen verkehrsrechtlicher Anordnungen.

2020:

Erfolgreich abgeschlossener Testbetrieb

2021:

Beginn öffentlicher Fahrgastbetrieb (abhängig vom Verlauf der Covid-19-Pandemie)

Projektbüro SMO
Shuttle Modellregion Oberfranken, Zugriff: https://www.shuttle-modellregion-oberfranken.de/ [abgerufen am 08.03.2021].

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