Was war UMoV?
Im Landkreis Verden entstand ein unternehmensübergreifendes E-Mobilitätsangebot, das den Unternehmen, dem Landkreis, den Kommunen und allen Bürgerinnen und Bürgern offenstand. In der Stadt Verden wurden hierfür die Fuhrparks von Stadt, Landkreis und verschiedenen Unternehmen geöffnet und daraus Cluster mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie Wohngebiet, Innenstadt, Bahnhof oder Kreisverwaltung gebildet.
Die unterschiedliche Entwicklung der Cluster wurde wissenschaftlich begleitet um so praxisnah aufzuzeigen, welche Nutzergruppen ihre Mobilitätsgewohnheiten am schnellsten ändern und welche Cluster am wirtschaftlichsten arbeiten. Die hieraus gewonnenen Erfolgsfaktoren bildeten die Grundlage für das weitere Wachstum sowie die Schablone für die Übertragung auf andere Kommunen, die mit Mobilitätsclustern gezielt und schnell ein zukunftsfähiges Mobilitätsangebot schaffen wollen. Aufgebaut auf vorhandenen Fuhrparks, ersten vorhandenen Nutzerinnen und Nutzer und erweitert um weitere E-Fahrzeuge, erfolgte die sanfte Transformation hin zu geteilter Mobilität, die den ÖPNV in der Metropolregion Nordwest, zu der der Landkreis Verden gehört, ergänzen konnte.
Welche Ziele wurden mit UMoV verfolgt?
Die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises sollten mit den geöffneten Fuhrparks eine umweltfreundliche und kostensparende Alternative zum Privatauto erhalten und niedrigschwellig das Konzept des E-Carsharings ausprobieren können.
Dabei wurden die bereits bestehenden Fuhrparks der teilnehmenden Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen elektrifiziert und besser ausgelastet. Gleichzeitig schwand bei den Nutzerinnen und Nutzern die Notwendigkeit eines eigenen (Zweit-)Wagens, der ohnehin in den meisten Fällen nur zu einem Bruchteil der Tageszeit verwendet wird.
Ein übergeordnetes Ziel bestand darin, herauszufinden, in welchen der unterschiedlichen Mobilitätscluster das Angebot am besten angenommen wurde und was dem Angebot ggfs. fehlte, um für alle Bürgerinnen und Bürger attraktiv zu werden.
Wie erfolgte die konkrete Umsetzung?
Es wurden Ankernutzerinnen und -nutzer in der Stadt Verden gesucht, die Fahrzeuge aus ihrem Fuhrpark abschaffen und dafür Sharing-Fahrzeuge in ihren Fuhrpark aufnehmen. Diese Variante erwies sich als am praktikabelsten.
Die Dienstleistung „Bereitstellung von Fahrzeugen mit Sharing-System" wurde ausgeschrieben und an den günstigsten Anbieter vergeben. Wichtig war, dass nicht unterschiedliche Sharingsysteme in einem Projekt vertreten waren, dass eine mehrjährige Startphase akzeptiert wurde und dass immer wieder öffentlichkeitswirksam auf das Carsharing hingewiesen wurde.
Die Kosten für die Bereitstellung der Fahrzeuge seitens des Carsharinganbieters beliefen sich in der Einführungsphase auf 400 Euro bis 700 Euro je Fahrzeug und Monat. Darin waren neben dem Fahrzeug inkl. Bordcomputer für Buchungs- und Abrechnungssoftware auch die Telefonhotline, der Schadensdienst, die Fahrzeugreinigung und die Stromkosten enthalten. Ziel war ein selbsttragender Betrieb nach drei Jahren Einführungsphase. In ländlichen Räumen kann ein dauerhafter Zuschuss von 200 bis 400 Euro pro Fahrzeug und Monat erforderlich sein, da eine wirtschaftlich tragfähige Auslastung dort oft schwer zu erreichen ist. Der Hauptgrund dafür ist, dass mehr Fahrzeuge je 1.000 Einwohner benötigt werden, weil alternative Mobilitätsoptionen wie öffentlicher Nahverkehr, Fahrradverkehr oder weitere Carsharing-Standorte oft nicht verfügbar oder nutzbar sind. Die laufenden Gesamtkosten betrugen 50.000 Euro zzgl. Projektsteuerung (Personal).
Das Projekt UMoV ist beendet, jedoch werden die Carsharing-Standorte durch einen Carsharing-Anbieter weitergeführt.
Herausforderungen bei der Umsetzung
Die grundlegende Herausforderung bei einem Pilotprojekt ist die Verstetigung des Projekts. Carsharing in ländlichen Räumen ist auch aus strukturellen Gründen schwer, wirtschaftlich zu betreiben. Das Projekt wurde gut angenommen. Es ist jedoch wichtig die Einstiegshürden gering zu halten.
Herausfordernd war auch, aus mehreren Bewerbern mit unterschiedlichen Zahl- und Kooperationsmodellen den Besten herauszufiltern.
Weitere Praxisbeispiele (2)
Publikationen zum Thema (2)
Weiterführende Informationen (3)
Weitere Informationen über UMoV [abgerufen am 09.01.2026].
E-CarSharing in Verden [abgerufen am 09.01.2026].
UMoV - Die Fuhrparkwende [abgerufen am 09.01.2026].
Meilensteine (5)
Übergabe Förderbescheid Metropolregion Nordwest
Start des CarSharing-Angebots in der Stadt Verden (Aller)
Digitaler Workshop „eCarsharing für größere und kleinere Kommunen in der Metropolregion Nordwest"
Eröffnung Standort Kirchlinteln
Eröffnung Standort Reeperbahn Verden (Aller)
Quellen (3)
cambio Mobilitätsservice GmbH & Co. KG, o. J.: E-CarSharing in Verden. Zugriff: https://www.cambio-carsharing.de/, Städte, Verden [abgerufen am 09.01.2026].
kleVer – Klimaschutz- und Energieagentur Landkreis Verden gGmbh, o. J.: UMoV - Die Fuhrparkwende. Zugriff: https://www.klever-klima.de/start.html, Für Kreis und Kommune [abgerufen am 09.01.2026].
Verden-Walsroder Eisenbahn GmbH (VWE), o. J.: Unternehmensübergreifende Mobilitätscluster im Landkreis Verden und der Metropolregion Nordwest (UMoV). Zugriff: https://www.allerbus.de/allercar.html [abgerufen am 09.01.2026].