Community Mapping

Was ist Community Mapping?

Das Mapping-Verfahren kann als Beteiligungsmethode zu unterschiedlichen Zwecken auf Quartiersebene angewandt werden, um räumliche Bedarfe, Mängel oder Verbesserungsvorschläge der Bürgerinnen und Bürger an bestimmten Standorten zu ermitteln. Dies kann beispielsweise in Form eines gruppenbasierten Workshops stattfinden, in dem vorab das Untersuchungsgebiet festgelegt und daraufhin eine Begehungen mit anschließender Ergebnisvorstellung in Form einer Karte durchgeführt wird. Ziel ist es, dass die Alltagserfahrungen der Beteiligten Gehör in der Planung finden und darüber hinaus die lokale Gemeinschaft gestärkt wird.

Im Rahmen der Verkehrsplanung oder des Mobilitätsmanagements können unter Anwendung des Community Mappings relevante Einflussfaktoren innerhalb des Mobilitätsverhaltens mit Hilfe von standortvertrauten Einwohnerinnen und Einwohnern überprüft werden.

Welche Vorteile bietet Community Mapping?

Durch das Community Mapping als Partizipationsmethode können räumliche Anforderungen und tägliche Bedarfe der jeweils beteiligten Zielgruppe in einem dialogischen Prozess Berücksichtigung finden. Neben dem Sammeln von geographischen bzw. mobilitätsbezogenen Daten kann ein Kartierungsprozess den gemeinschaftlichen Zusammenhalt sowie bestehende Initiativen in der Bürgerschaft stärken. Durch die kollektive Erhebung der wahrgenommenen Verkehrssituation und des individuellen Mobilitätsradius der Beteiligten können Problemlagen und Potenziale zügig und kostengünstig eruiert werden.

Wie erfolgt die konkrete Umsetzung?

Da das Community Mapping vielfältige Einsatzmöglichkeiten bietet, sollten bereits vor Beginn die Beteiligungsbedingungen und die Vorgehensweise festgelegt werden. Es gibt diverse Formate, in denen Community Mapping eingesetzt werden kann. Beispielsweise als Workshop oder Audit vor Ort. Das eigentliche Mapping kann auf einer physischen Karte durch das Einzeichnen von Wegen, zentralen Punkten oder Standorten, die von den Menschen vor Ort gemieden werden, stattfinden. Zusätzlich können kartenbasierte Geoinformationsprogramme hinzugezogen werden. Bürgerinnen und Bürger können so ihr individuelles Mobilitätsverhalten veranschaulichen. Das Community Mapping ist insbesondere auf kleinere Gruppen ausgerichtet (bis ca. 5 Personen).

Ein beispielhafter Planungsprozess kann wie folgt ablaufen:

  1. Zielgruppe kontaktieren und Untersuchungsgebiet definieren
  2. Lokales Hintergrundwissen sammeln
  3. Ablauf, Inhalt und Routen definieren
  4. Ressourcen vorbereiten – Toolbox (Karten, Stifte etc.)
  5. Rollen und Treffpunkt festlegen

Wie auch bei anderen Beteiligungsformaten müssen bei der Implementierung relevante Informationen frühzeitig und transparent kommuniziert werden. Dies sollte sowohl vor, während, als auch nach dem Beteiligungsprozess Berücksichtigung finden. Die Moderation wird im besten Fall von einer neutralen Person übernommen. Auch die Ergebnisoffenheit sowie die klare Kommunikation von Entscheidungsspielräumen und Einflussmöglichkeiten sind mitzuteilen.

Das Erstellen einer Karte dient in diesem Vorgehen der kreativen Wissensbündelung sowie der Visualisierung und Verortung von Bedarfen in der Nachbarschaft. Zusätzlich können weitere Erhebungsmaßnahmen wie Interviews und Podiumsdiskussionen eingebunden werden.

Im Rahmen des Mobilitätsmanagements bieten sich u. a. folgende Erhebungsinhalte an:

  • Erreichbarkeit
  • Kreuzungssituationen
  • Distanzen
  • Bauliche Beschaffenheit Hindernisse/Konfliktsituationen
  • Verfügbarkeiten
  • Sicherheitsempfinden

Anhand von vorab festgelegten Bewertungsparametern können lokale Mobilitätsbedarfe ermittelt und darauf aufbauend Verbesserungsvorschläge konzipiert werden.

GreenSAM, 2021: Community Mapping. Toolbox. Hamburg. Zugriff: www.greensam.eu [abgerufen am 01.07.2021].
Salzburg Research, 2020: Partizipatives Mapping. Salzburg. Zugriff: www.methodenpool.salzburgresearch.at [abgerufen am 07.05.2021].
Technische Universität Berlin, o. A.: Mobilitätsberichterstattung – Der Mensch im Fokus der Verkehrsplanung. Zugriff: https://mobilbericht.mobilitaet.tu-berlin.de/ [abgerufen am 07.05.2021].
Verkehrswendebüro, 2021: Partizipative Umsetzung/Methoden. Konzeptionelle Ebene. Berlin. Zugriff: www.verkehrswendebuero.de/ [abgerufen am 05.05.2021].