Ideenwettbewerb

Ein Mann der eine Glühbirne auf eine Scheibe malt
Quelle: Lucy Lambriex / Getty Images

Was sind die Ziele des Ideenwettbewerbs? 

Im Rahmen eines Ideenwettbewerbs werden Menschen dazu aufgerufen, ihre Ideen zu einem bestimmten Projekt/Thema/Kategorie in Form von Wettbewerbsbeiträgen einzureichen. Die Ergebnisverwertung kann auf verschiedene Art und Weise erfolgen. Typischerweise zeichnet eine Jury eine gewisse Anzahl von Ideen aus – möglicherweise nach Kategorie – und zeichnet sie mit einem Preisgeld aus, das der Umsetzung, der Aufrechterhaltung oder dem Ausbau des eingereichten Projekts dienen soll. Neben finanzieller Unterstützung können die Ausgezeichneten auch inhaltlich unterstützt werden, z. B., indem ihnen Fachkundige an die Seite gestellt werden oder ihnen Zugang zu nützlichen Netzwerken gewährt wird. Auch der Austausch und die Vernetzung unter den Ausgezeichneten kann einen wichtigen Beitrag zur Konkretisierung und Weiterentwicklung der eingereichten Ideen leisten. Ideenwettbewerbe bieten eine Plattform zur Präsentation der eigenen Ideen. Oftmals erhalten die Ausgezeichneten und die prämierten Projekte mediale Aufmerksamkeit, womit gute Ideen sichtbar gemacht werden und zur Nachahmung anstiften können. 

Ein prominenter Ideenwettbewerb im Bereich Mobilität ist der deutsche Mobilitätspreis, mit dem bundesweit innovative Ideen im Mobilitätsbereich ausgezeichnet werden. Der deutsche Mobilitätspreis wurde vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ initiiert und wird von der Deutschen Bahn AG und dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV) unterstützt. 2019 konnten Bürgerinnen und Bürger Ideen zum Thema „Digital, sozial, nachhaltig: Welche Ideen würden die Mobilität in Ihrem Alltag verbessern?“ einreichen. 

Mit einem Ideenwettbewerb können die Ideen der Bevölkerung für die Arbeit von Politik und öffentlicher Verwaltung nutzbar gemacht werden. Zudem soll das Format Menschen motivieren, eigene Ideen zu erarbeiten, öffentlich zu machen und an ihrer Weiterentwicklung zu wirken. Mit der öffentlichen Auszeichnung wird das Engagement für das Gemeinwohl gewürdigt. Der sinnvolle Zeitpunkt zum Einsatz eines Ideenwettbewerbes hängt von der Fragestellung sowie der Art der Beiträge, die erwartet werden, ab. Wenn bereits bestehende Projekte eingereicht werden sollen, kann der Zeitpunkt flexibel gewählt werden. Sollen dagegen Projektideen eingereicht werden, deren Umsetzung noch aussteht, beispielsweise im Rahmen eines übergeordneten Vorhabens, so ist es sinnvoll, den Ideenwettbewerb möglichst frühzeitig anzusetzen, wenn das Vorhaben noch wenig konkretisiert ist und der Vorhabenträger zu Veränderungen bereit ist. 

Wie funktioniert die Umsetzung? 

Die Durchführung eines Ideenwettbewerbs ist ein umfangreiches Vorhaben, das ein professionelles Projektmanagement erfordert. Zentrale Fragestellungen sind die organisatorische Abwicklung und die inhaltliche Ausgestaltung. Relevante Fragestellungen bei der organisatorischen Abwicklung sind die Definition der Zielgruppe, des Zeitplans und der Teilnahmemodalitäten. Auch stellt sich die Frage, ob Kooperationspartner, beispielsweise Unternehmen oder Industrie- und Handelskammer, eingebunden werden sollen. Wesentlich bei der inhaltlichen Ausgestaltung ist die Definition der Teilnahmevoraussetzungen und die – formale und inhaltliche – Eingrenzung der einzureichenden Beiträge. Für die Auswahl der auszuzeichnenden Beiträge muss eine Jury gebildet werden. Bei der Auswahl der Jurymitglieder bieten sich insbesondere die Kriterien Fachexpertise im Themenfeld des Wettbewerbs und Multiplikatorenwirkung in die Zielgruppe des Wettbewerbs an. Wichtig ist, dass die Kriterien, auf deren Grundlage die Bewertung der eingereichten Wettbewerbsbeiträge erfolgt, transparent und nachvollziehbar sind. Der Ideenwettbewerb kann online oder offline stattfinden.

Eine besondere Herausforderung liegt darin, den Wettbewerb bekannt zu machen und Menschen für die Teilnahme zu motivieren. Da es bei einem Ideenwettbewerb darum geht, möglichst vielfältige Ideen zu sammeln, sollten Menschen aus allen Bereichen der Bevölkerung zur Teilnahme angeregt werden. Notwendig ist auch ein schlüssiges Erwartungsmanagement, um Enttäuschungen aufgrund unrealistischer Erwartungen vorzubeugen. Es muss im Vorfeld klar sein, wie die Ergebnisse verwertet werden und wie die Bewertung der Wettbewerbsbeiträge erfolgt.

Nanz, Patrizia und Fritsche, Miriam, 2012: Handbuch Bürgerbeteiligung. Verfahren und Akteure, Chancen und Grenzen. Bonn. Zugriff: http://www.bpb.de, Shop, Schriftenreihe, Partizipation, Handbuch Bürgerbeteiligung [abgerufen am 18.03.2020].
Stadt Zwickau, 26.01.2019: Stadt startet Wettbewerb zur Verbesserung des Stadtbildes. Zugriff: https://www.zwickau.de, Bürger & Politik, Aktuelles.
Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, o. D.: Freistaat Sachsen – Ideenwettbewerb Ländlicher Raum 2019. Zugriff: https://www.laendlicher-raum.sachsen.de, Wettbewerbe, Ideenwettbewerb 2019.
Stadt Remseck am Neckar, 12.01.2011: Bürgerbeteiligung am Städtebaulichen Ideenwettbewerb „Eine neue Stadtmitte für Remseck am Neckar“. Zugriff: https://www.stadt-remseck.de, Aktuelles, Stadtnachrichten.
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, o. D.: Ideenwettbewerb: Machen! 2019. Zugriff: https://www.bmwi.de, Redaktion, Wettbewerb.

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