Seniorenbeteiligung

Welches Ziel hat eine Seniorenbeteiligung und wann ist diese sinnvoll?

Mit der Beteiligung von Seniorinnen und Senioren an Mobilitätsentscheidungsprozessen soll den spezifischen Mobilitätsbedürfnissen älterer Menschen Rechnung getragen werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass es innerhalb der Bevölkerungsgruppe unterschiedliche Profile und damit unterschiedliche Mobilitätsbedürfnisse gibt. Seniorenbeteiligungen sollten in konkreten Projekten, wie der Fortschreibung des Nahverkehrsplans, möglichst frühzeitig starten und über den Projektverlauf fortgesetzt werden. Alternativ zu projektbasierten Beteiligungsformen können auch dauerhafte Beteiligungsformate, wie eine Seniorenvertretung oder ein Seniorennetzwerk, eingerichtet werden.

Wie kann eine Seniorenbeteiligung umgesetzt werden?

Eine Form der Seniorenbeteiligung sind kommunale Seniorenvertretungen. Außer in Berlin und in Hamburg sind Seniorenvertretungen bislang in keinem Bundesland vorgeschrieben (Stand: April 2020), ihre Einrichtung obliegt der Selbstverwaltungshoheit der Kommunen. Unter verschiedenen Bezeichnungen – beispielsweise Seniorenbeirat, Seniorenrat oder Seniorenforum – und auf verschiedenen Grundlagen – beispielsweise kommunaler Satzungen, Geschäftsordnungen, Richtlinien oder Vereinssatzungen – bündeln und koordinieren Seniorenvertretungen die Interessen von Senioren. Im Bereich der Mobilität können kommunale Seniorenvertretungen beispielsweise mit den Trägern des öffentlichen Nahverkehrs zusammenarbeiten, um den ÖPNV an die Bedürfnisse älterer Menschen anzupassen. Seniorenvertretungen können auch in Zusammenarbeit mit der Polizei oder anderen Einrichtungen Aufklärungsmaßnahmen durchführen, die sich an Senioren richten, beispielsweise sogenannte Rollator-Trainings im ÖPNV. 

Seniorennetzwerke bieten eine Plattform für die Artikulation der Interessen von Seniorinnen und Senioren im Bereich der Mobilität. Im Selbstverständnis des Seniorennetzwerkes Köln ist beispielsweise das Ziel verankert, sich in die Gestaltung des Stadtteils einzubringen und seniorenspezifischen Belangen im Stadtteil Sichtbarkeit zu verleihen.

Auch in einem Fahrgastbeirat (auch: Fahrgastvertretung) können Seniorinnen und Senioren ihre Interessen vertreten. Ziel eines Fahrgastbeirats ist es, die Kommunikation zwischen den Fahrgästen und den Verkehrsunternehmen zu verbessern. Die Mitglieder des Fahrgastbeirates sollen einen repräsentativen Querschnitt aller Fahrgäste darstellen: Schülerinnen und Schüler, Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Mobilitätseinschränkung etc.

Je vielfältiger die Gruppe der Seniorinnen und Senioren ist, die sich an einem Mobilitätsvorhaben beteiligen, desto mehr individuelle Bedürfnisse finden Eingang in den Entscheidungsprozess. Wesentlich für gelungene Seniorenbeteiligungen ist daher die Gewinnung von Seniorinnen und Senioren, die einen möglichst repräsentativen Querschnitt über alle Senioren in der Gesellschaft darstellen. Überhaupt stellt die Gewinnung von Teilnehmenden wie bei allen Beteiligungsformaten eine Herausforderung dar.

Green Silver Age Mobility [englischsprachig]: Werkzeugkasten des GreenSAM-Projekts. Zugriff: https://greensam.eu, Toolbox [abgerufen am 29.06.2021].
BMVI - Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (Hrsg.), 01.03.2019: Mobilität älterer Menschen. Zugriff: https://www.forschungsinformationssystem.de, Personenverkehr, Mobilität und Raum, Verkehrsgenese und Mobilitätsverhalten, Motive und Ursachen, Mobilität älterer Menschen.
SeniorenNetzwerkeKöln, 2008: SeniorenNetzwerkeKöln. Konzept. Zugriff: http://seniorennetzwerke.kirchekoeln.de [abgerufen am 16.03.2020].
Verkehrsclub Deutschland VCD, o. A.: Ortsbegehungen mit älteren Menschen. Zugriff: https://www.vcd.org [abgerufen am 16.03.2020].
MIL - Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (Hrsg.): „Aktiv und mobil“ – Leitfaden zur Mobilität älterer Menschen. Zugriff: https://mil.brandenburg.de [abgerufen am 16.03.2020].

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