Vorher-Nachher-Befragung

Was ist eine Vorher-Nachher-Befragung?

Bei einer Vorher-Nachher-Befragung werden Personen vor der Umsetzung einer Maßnahme oder eines Mobilitätskonzeptes und nach der Umsetzung befragt. Die Vorher-Befragung kann auch mit anderen Umsetzungsgrundlagen verbunden werden, insbesondere der Kundinnen- und Kundenbefragung, der Aufgabenträgerbefragung oder dem Expertinnen- und Expertengespräch. Nach der Umsetzung der Maßnahme oder des Konzeptes beginnt die zweite Phase der Vorher-Nachher-Befragung. Dabei wird die gleiche Zielgruppe zum zweiten Mal befragt, hierbei aber nicht mehr zum Status Quo, sondern zu den Veränderungen und ihren Erfahrungen.

Welche Vorteile bietet eine Vorher-Nachher-Befragung?

Mithilfe der Vorher-Nachher-Befragung wird eine vergleichbare Datenbasis zum Zustand vor und zum Zustand nach der Umsetzung geschaffen. Damit kann die Zufriedenheit der Nutzenden und insgesamt der Projekterfolg anhand qualitativer Informationen gemessen werden. Zudem können Kausalzusammenhänge durch die Datenerhebung zwischen dem Vorher- und Nachher-Zustand geschaffen werden. Mit der Vorher-Nachher-Befragung können so Ansatzpunkte über die weitere Verbesserung des Mobilitätsangebotes erhoben werden. Somit kann beispielsweise ein Konzept weiter optimiert werden.

Wie erfolgt die konkrete Umsetzung?

Im ersten Schritt müssen die Ziele der Befragung definiert werden. Darauf aufbauend wird ein Leitfaden entwickelt, in dem wesentliche Fragen und die Struktur der Befragung festgehalten werden. Zudem werden die Zielgruppe der Befragung und das Format bestimmt. Die Befragung kann schriftlich, in Form eines Fragebogens oder einer Online-Befragung per Link stattfinden, sowie auf persönlicher Ebene, in Form einer Einzelbefragung, erfolgen.

Da eine hohe Rücklaufquote Auswirkungen auf die Qualität der Ergebnisse der Befragung haben kann, sollte die Art der Befragung abhängig von den Rahmenbedingungen und Zielen ausgewählt werden. Die Wahl des Mediums beispielsweise sollte auf die gewünschte Zielgruppe ausgerichtet sein. Die Fragen selbst müssen klar und verständlich formuliert sein. Nach der Durchführung der Befragung und dem Erhalt der Rückläufe müssen diese im Hinblick auf ihre Validität überprüft werden, was unter anderem durch einen Vergleich der einzelnen Ergebnisse geschehen kann.

Die Vorher-Nachher-Befragung sollte direkt zu Beginn der Projektphase mit der Vorher-Befragung initiiert und zum Ende der Projektphase durch die Nachher-Befragung abgeschlossen werden. Die entstehenden Kosten sind abhängig vom Umfang der Befragung, der Erhebungsmethode und der Einbeziehung von externen Dienstleistern. Dabei stellen Online-Befragungen in der Regel die günstigere Alternative gegenüber telefonischen, schriftlichen und insbesondere persönlichen Befragungen dar. Die persönliche Befragung ist mit vergleichsweise hohen Kosten verbunden, bietet dafür in der Regel eine höhere Rücklaufquote und eine bessere Qualitätssicherung.

Bei der Umsetzung einer Vorher-Nachher-Befragung ist zu beachten, dass Befragungsform und -inhalte sowohl vorher als auch nachher gleichbleibend oder aufeinander aufbauend sind. Sonst sind die Ergebnisse gegebenenfalls nur bedingt miteinander vergleichbar, wodurch der Sinn einer Vorher-Nachher-Befragung untergraben wird.

Kopp, Ralf; Langenhoff, Georg; Schröder, Antonius, 2000: Panelbefragung. In: Methodenhandbuch. Angewandte empirische Methoden. Dortmund.