Festlegung einer Marketing- und Kommunikationsstrategie: Bewerbung des Bergsteigerbusses Eng

Was war die Ausgangslage? 

Als einziger Zugang zum Großen Ahornboden im Naturpark Karwendel ist die Mautstraße Hinterriß-Eng im Sommer von Besuchenden per Pkw und Motorrad sehr stark frequentiert. Dies führt zu erheblichen Störungen durch Lärm und Abgase und zu regelmäßigen Staus. Obwohl der „Bergsteigerbus“ Linie 9569 der DB Regio Bus Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) von Lenggries (mit Bahnanbindung nach München) in das Rißtal verkehrt, wird dieser bislang nur von wenigen Menschen genutzt.

Worin bestand das Projekt? 

Das Interreg-Projekt (Nr. TIR-13) verfolgte im Zeitraum vom 1. Juni 2017 bis 31. Mai 2019 das Ziel, die Besuchenden aus dem Einzugsbereich München werbewirksam über die Möglichkeit einer umwelt- und klimafreundlichen Anreise aufmerksam zu machen und so die Nutzung des „Bergsteigerbusses“ zu fördern.

Die Projektpartner Naturpark Karwendel (Leadpartner), RVO (Projektpartner 2), Deutscher Alpenverein e.V. (Projektpartner 3), Sektion Tölz des DAV e.V. (Projektpartner 4), Sektion München des DAV e.V. (Projektpartner 5) und Sektion Oberland des DAV e.V. (Projektpartner 6) haben dazu verschiedene Maßnahmen entwickelt, um das bestehende Angebot sichtbarer zu machen. Hierzu zählt eine verbesserte Beschilderung der Haltestellen. Es erfolgte ein Austausch der alten Bushaltestellenschilder durch Schilderbäume mit mehreren Einzelschildern, wobei zuoberst das StVO-gerechte Bushaltestellenzeichen angebracht ist. Die weiteren Schilder informieren über den aktuellen Fahrplan sowie lokale Besonderheiten, Einstiege zu Wanderwegen, Hütten und über die Highlights in Österreichs größtem Naturpark. Zudem wurde ein im Oberland südlich von München verkehrender Bus – von wo aus die meisten Besuchenden ins Rißtal aufbrechen – mit Fahrzeugwerbung für den Bergsteigerbus beklebt. Dieser bewirbt drei Jahre lang den Bergsteigerbus.

Bislang nutzen nur 1.300 bis 1.400 Personen pro Wandersaison den Bergsteigerbus. Daher wurde das Angebot nach Abschluss des Interreg-Projektes ab der Sommersaison 2020 zwischen Pfingsten und Oktober an Wochenenden und Feiertagen ausgeweitet. Statt dreimal verbindet der Bus nun sieben Mal täglich den bayerischen Isarwinkel mit der Eng im österreichischen Tirol und ermöglicht damit einen bis zu zehnstündigen Aufenthalt im Karwendel.

Finanziell ist der intensivierte Wochenendfahrplan für drei Sommersaisons gesichert. Kooperationspartner ist die RVO. Die DAV-Bundesorganisation sowie die Sektionen München und Oberland in Lenggries und Bad Tölz übernehmen jährlich etwa 10.000 Euro und damit den Großteil der Kosten für das Projekt. Zudem wird es durch Werbeplakatierungen an den Bussen finanziert.

01.06.2017:

Projektbeginn

31.05.2019:

Projektende

Regionalverkehr Oberbayern GmbH, o. A.: Mit dem Bergsteigerbus in die Eng - Karwendel. Zugriff: https://www.rvo-bus.de/, Oberbayernbus, Freizeittipps, Wanderbusse [abgerufen am 24.06.2020].
Grenzgänger #tirolbayern, 16.05.2019: Bayerisch-tirolerisches Projekt – Mit dem Bergsteigerbus zum Ahornboden. Zugriff: https://www.tirolbayern.de/, Blog [abgerufen am 24.06.2020].
Süddeutsche Zeitung, 13.10.2019: Bergsteigerbus statt Blechlawine. Zugriff: https://www.sueddeutsche.de/, München, Wolfratshausen [abgerufen am 24.06.2020].
EUREGIO Zugspitze - Wetterstein - Karwendel Geschäftsstelle, o. A.: ÖFFENTLICH ZUM AHORNBODEN - Maßnahmen zur Bewerbung der RVO-Buslinie 9569 im Rißtal des Naturpark Karwendel. Zugriff: https://www.euregio-zwk.org/, Projekte [abgerufen am 25.06.2020].
Naturpark Karwendel, o. A.: Interreg-Kleinprojekt „Öffentlich zum Ahornboden“. Zugriff: https://www.karwendel.org/ [abgerufen am 25.06.2020].