Elektrobusse in Bad Langensalza

Elektrobus
Quelle: Salza Tours, Bad Langensalza

Welches Ziel wird mit den Elektrobussen in Bad Langensalza verfolgt?

Durch den Einsatz von Elektrobussen im Stadtverkehr in Bad Langensalza sollte ein Beitrag zur Erreichung der Klimaziele sowie zur Reduzierung der Luftschadstoffe geleistet werden. Zudem stand ein hochwertiger und zuverlässiger Betrieb des öffentlichen Verkehrsangebots im Fokus. In Bad Langensalza verkehren zwei Bus-Linien mit einer Linienlänge von rund fünf bzw. zehn Kilometern und einer Jahresfahrleistung von 160.000 Kilometern, auf denen auch zwei Elektrobusse eingesetzt werden. Betrieben werden die Elektrobusse durch das lokale Verkehrsunternehmen Salza-Tours König OHG.

Wie erfolgte die konkrete Umsetzung?

Der Weg bis zur Inbetriebnahme der Elektrobusse gliederte sich in die drei Phasen: 

  1. Recherche 
  2. Planung 
  3. Umsetzung

Während der Recherche-Phase wurden die grundlegenden Informationen über die Einsatzmöglichkeiten von Elektrobussen recherchiert und aufbereitet. Hierunter fallen u. a. Besuche bei Herstellern und Nutzenden, die Durchführung von Probefahrten, die Erstellung von Machbarkeitsprüfungen, die Identifikation von Fördermöglichkeiten und die Festlegung von Projektgrundsätzen. In der anschließenden Planungs-Phase erfolgten Testbetriebe mit Vorführfahrzeugen, die Konzepterstellung mit Investitionsplanung, die Projektvorstellung bei Politik, Stadt und Kreis, die Verhandlungen mit Energielieferanten sowie die Beantragung von Fördermitteln. Im Rahmen der Umsetzung wurde das Lastenheft erstellt, die erforderliche Infrastruktur am Depot hergestellt sowie die Ausschreibung und Vergabe durchgeführt, so dass am 6. Juni 2016 die Elektrobusse in Betrieb genommen werden konnten.

Um Veränderungen in den Umläufen und im Betriebsablauf sowie weitere Infrastrukturkosten zu vermeiden, werden die Elektrobusse ausschließlich nachts im Depot geladen. Bei den Elektrobussen wurde ein Fahrzeugkonzept mit möglichst geringem Energieverbrauch und effektiver Rekuperationstechnik sowie entsprechender Reichweite gewählt. Bei der Herstellerwahl wurde auch auf eine gute Betreuung durch den Hersteller mit hoher Servicequalität (schneller und sicherer Ersatzteilservice, Bereitstellung von mobilen Serviceteams etc.) geachtet. Bei der Außengestaltung (Folierung) der Busse wurden Gestaltungsideen aus einem Schulwettbewerb aufgegriffen.

Die Elektrobusse werden zwischen ca. 05:00 Uhr und 19:00 Uhr im Stadtverkehr eingesetzt und legen dabei jeweils bis zu 220 Kilometer zurück. Am Ende des Betriebstages verbleiben noch mindestens 20 Prozent Restbatteriekapazität. Ab 20:00 Uhr beginnt der nächtliche Ladevorgang mit einer Zuladung von 140 bis 170 kW. Bei dem Einsatz sind nach Angaben des Verkehrsunternehmens keine nennenswerten Probleme aufgetreten; auch die technische Verfügbarkeit ist mit der eines Dieselbusses vergleichbar. Zudem stoßen die Elektrobusse bei den Fahrgästen und Fahrpersonal auf große Beliebtheit.

Zur Finanzierung hat die Salza-Tours König OHG die Förderung gemäß der Thüringer ÖPNV-Investitionsrichtlinie in Anspruch genommen. Für das Basisfahrzeug mit Kosten in Höhe von 205.000 Euro wurde eine Festbetragsförderung in Höhe von 50.000 Euro gewährt. Zudem wurden die Mehrkosten des Elektroantriebs in Höhe von 210.000 Euro zu 75 Prozent gefördert. Hinsichtlich der erforderlichen Infrastruktur (Ladegerät, Ersatzbatterie etc.) mit Kosten in Höhe von 172.000 Euro pro Elektrobus belief sich die Förderquote auf 80 Prozent. Damit beläuft sich der Eigenanteil der Investitionskosten pro Elektrobus auf ca. 242.000 Euro (bei einem Förderbetrag von 345.000 Euro). Da im Vergleich zu einem Dieselbus Betriebskosten eingespart werden, amortisieren sich die Investitionsmehrkosten (bezogen auf den Eigenanteil) nach etwa sechs Jahren.

Seit November 2019 ist ein dritter Elektrobus auf einer Überlandlinie durch den Unstrut-Hainich-Kreis im Einsatz. In diesem Zuge wurden weitere Investitionen in die Ladeinfrastruktur vorgenommen. So wurde auf dem Dach des Betriebshofes eine PV-Anlage installiert und eine Pufferspeicheranlage in Betrieb genommen. Damit können nach sonnigen Tagen in der Folgenacht alle drei E-Busse mit alternativ gewonnener Energie geladen werden. Das vom Freistaat Thüringen geförderte Projekt wurde durch Mittel der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.

Nachhaltigkeitszentrum Thüringen: https://nhz-th.de/
September 2014:

Planungsbeginn

März 2015:

Projektvorstellung

Juni 2015:

Antrag Fördermitte

November 2015:

Auftragsvergabe
 

Juni 2016:

Inbetriebnahme der ersten beiden Elektrobusse im Stadtverkehr
 

November 2019:

Inbetriebnahme des dritten Elektrobusses im Regionalverkehr

März 2020:

Inbetriebnahme der PV-Anlage und des Pufferspeicher

Salza – Tours König OHG, 04.06.2020: Elektrobusse. Zugriff: https://www.salzatours.de/, Busunternehmen, Elektrobusse.