Mobilitätsberichterstattung

Planungszyklus partizipative und kommunikative Beteiligungsformate
Quelle: TU Berlin, Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung

Was ist die Mobilitätsberichterstattung?

Die Mobilitätsberichterstattung ist ein informelles Planungsinstrument, das die Mobilität der Menschen auf kommunaler Ebene in den Fokus der Planung stellt.

Was ist das Ziel der Mobilitätsberichterstattung?

Ziel der Mobilitätsberichterstattung ist es, die Verkehrspolitik hin zu einer nachhaltigen Mobilität strategisch auszurichten und den Verkehr sozial-gerechter sowie ökologisch-verträglicher zu gestalten. Dabei wird von einem partizipativen und kommunikativen Planungsansatz Gebrauch gemacht.

Der Planungsprozess erfolgt in den folgenden, zyklischen Arbeitsschritten:

  • Planaufstellungsprozess:
    • Erörterung von wahrgenommenen Problemen und des Handlungsrahmens sowie Formulierung von zu berücksichtigenden Bedarfen und Zielen für die Verkehrsplanung in Fokusgruppen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Interessensverbänden und Bürgervereinen (Problembestimmung und Leitbildentwicklung)
    • Analyse des Status quo im Bereich Mobilität nach den Nachhaltigkeitszielen mit qualitativen Erhebungsmethoden wie Community Mappings, Teilnehmende Beobachtungen oder stationäre Beobachtungen sowie quantitativen Methoden wie Mobilitätsumfragen, Erreichbarkeitsanalysen für den Umweltverbund oder Umweltgerechtigkeitsanalysen (Untersuchung und Analyse)
    • SWOT-Bewertung (engl. für Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken) des Status quo im Verhältnis zum Leitbild und den Zielen, Entwicklung von Strategien und Ableitung von Maßnahmenkonzepten in World Cafés mit Vertreterinnen und Vertretern aus Landes- und Kommunalpolitik, -verwaltung sowie Verkehrsunternehmen (Strategieentwicklung und Maßnahmenkonzepte)
  • Qualitätssicherung:
    • Politische Entscheidungen zur Umsetzung der Maßnahmen und Realisierung in der Kommune mit beratender Unterstützung durch eine Mobilitätskonferenz (Politikimplementierung und Maßnahmenumsetzung)
    • Wirkungsanalyse von Maßnahmen zur Prüfung der zielgerichteten Veränderungen und fortlaufendes Monitoring zur regelmäßigen Prüfung von Veränderungen mobilitätsbeeinflussender Faktoren (Evaluation und Monitoring)

Der Planungsprozess sollte von einem Mobilitätsmanagementteam durchgeführt werden, das als ämter- und abteilungsübergreifend koordinierende Einheit sowie Ansprechperson für die Bevölkerung auch für die Umsetzung der entwickelten Maßnahmen verantwortlich ist. Dabei ist es wichtig, den Menschen, seine Bedarfe und die Nutzerperspektive als Datengrundlage zu erheben und die Informationen transparent aufzubereiten und abzuwägen.

Technische Universität Berlin, o. J.: Mobilitätsberichterstattung – Der Mensch im Fokus der Verkehrsplanung. Zugriff: https://mobilbericht.mobilitaet.tu-berlin.de/ [abgerufen am 26.05.2021].